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Freitag, 8. Juni 2012

kino.to: Serverumzug - oder: was lange währt, wird endlich gut!

Screenshot kino.to
Versöhnliches Ende in Sachen kino.to-Domain: wie heute auf der Startseite seitens pin3apple und Chomik mitgeteilt wird findet nun ein Serverumzug auf die Originalserver der Staatsanwaltschaft statt, welcher mit ausdrücklicher Zustimmung seitens der StA sowie der GVU von pin3apple und Chomik durchgeführt wird.

Ob sich die StA und/oder die GVU bei den beiden Hackern bedankt hat und, falls ja, in welcher Form, wurde leider nicht mitgeteilt.

Mittwoch, 30. Mai 2012

kino.to: Interview mit den Hackern pin3apple & chomik

Im Kampf gegen die Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials hatten die Strafverfolger 2011 die Schließung des Download- und Streaming-Portals kino.to als schönen Erfolg gefeiert. Doch nun befindet sich die Adresse kino.to nicht mehr unter der Kontrolle der Fahnder, sondern wurde von Hackern stibitzt. Ich berichtete hier und hier darüber - und freue mich darüber, dass die beiden Hacker nun für ein Interview zur Verfügung standen:


Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview nehmen. Mit der Übernahme der kino.to-Domain haben Sie ja mächtig für Furore gesorgt und die Ermittlungsbehörden vorgeführt. Immerhin haben Sie sich "mal eben so" einer Website bemächtigt, die unter der Kontrolle der Ermittlungsbehörden stand. Was hat Sie dazu bewogen?

Gerne machen wir das Interview alleine schon weil es uns wichtig ist zu zeigen, dass es auch „Hacker“ auf der Welt gibt die nicht böse sind. Wir sind eigentlich durch einen kleinen Zufall auf die Kino.to Domain gekommen, welcher es war möchten wir nicht verraten. Da die Domain aber dann so vor uns lag wollten wir sie natürlich nicht jedermann überlassen.

Haben Sie keinen Gedanken daran verschwendet, die "erbeutete" Domain zu Geld zu machen? Immerhin ist gerade die Seite kino.to doch ein Projekt gewesen, welches Millionen abgeworfen hat.

Nein, unser Ziel war es nie damit Geld zu machen!

Sicher gab es viele Interessenten für die Domain. Gab es auch konkrete Angebote? Und falls ja, in welcher Form?

Wir haben viele Angebote bekommen für die Domain. Ich denke es waren ca. 10 mit den Inhalt das wir verkaufen sollen und gefühlte 1000 mit „Wollt Ihr nicht meine Werbung schalten?“.

Das Hijacking der Domain ist ja nach Ihrem eigenen Bekunden simpel - und somit theoretisch für jedermann durchführbar gewesen. Wer hat denn hier derart unverantwortlich geschlampt?

Hmm, das können wir natürlich nicht genau sagen. Aber wir gehen davon aus das die Administratoren der StA ein wenig unvorsichtig waren oder eher sich nicht wirklich darum gekümmert haben.
 
Haben GVU und Staatsanwaltschaft bereits Kontakt zu Ihnen aufgenommen?
 
Wir haben selbst schon, über Lars Sobiraj von Gulli.com (Danke nochmal!), Kontakt mit der GVU  aufgenommen. Leider hat sich Dresden noch nicht gemeldet, woran das liegt wissen wir selbst nicht.

Wie beurteilen Sie persönlich den Bust von kino.to und deren vermeintlichen Betreiber?

Kein Kommentar

Die Domainübernahme durch Sie ging durch alle Medien und erzeugte internationales Interesse. Gerade die Fairness, die eigentliche Meldung der Kriminalpolizei online zu lassen und diese lediglich zu ergänzen um auf die Sicherheitslücke aufmerksam zu machen hat Sympathie hervorgerufen. Zeitgleich tadeln manche den (anfangs) versteckten Besucherzähler und verweisen hier auf den Datenschutz. Was hat es damit auf sich?
 
Zum einen, man glaubt es kaum, waren wir zum Anfang der Übernahme etwas gestresst, Kino.to übernehmen UND dabei Bayern vs. Chelsea zu schauen ist halt doch zu viel... Daher haben wir uns zum Anfang auch keine Gedanken über den Statcounter gemacht sondern ihn einfach erst mal eingebaut. Auch aus dem Interesse heraus wie viele Menschen so am Tag auf die Website gehen. Es war erstaunlich selbst ohne Hack waren es ca. 10.000 Menschen. Später haben wir ihn natürlich öffentlich gesetzt.
 
pin3apple & chomik - Ihre Identitäten werden Sie sicherlich auch weiterhin zu schützen wissen. Dennoch die Frage: mit wem hat man es unter diesen Pseudonymen eigentlich zu tun? Beschreiben Sie doch mal, was Sie sonst so treiben, wenn Sie nicht gerade eine der bekanntesten Websites "übernehmen", um eine Sicherheitslücke aufzudecken ;-)
 
Also damals im Feriencamp haben... Ne im Ernst dazu wollen wir erst mal nicht zu erzählen. Ansonsten machen wir das übliche Arbeiten, Lernen, Essen, Schlafen, PC-Spielen etc.
 
Möchten Sie uns sonst noch etwas mitteilen?
 
Für Tägliche Updates folgt uns auf Twitter! @pin3apple_pwns

Vielen Dank für das Interview - und weiterhin viel Erfolg!

Sonntag, 27. Mai 2012

kino.to: This page is currently under a DDoS attack **UPDATE**

Beim Aufruf der Seite kino.to tut sich erneut Spannendes. Anstatt der Hinweisseite der Kriminalpolizei mit nachträglicher Veränderung durch zwei Hacker (ich berichtete hier darüber) erscheint nun eine vollkommen neue Seite auf der mitgeteilt wird, dass die Seite derzeit unter einer DDoS-Attacke stehen würde.

Screenshot


Interessant: nun wird auch gleich noch schick ein Werbebanner dargestellt, der zu der Seite Cinipac.com führt. Hier stellt sich das "Unternehmen" wie folgt dar (Auszug):

"Unser, seit 2008 in der Republik of Panama registriertes, Unternehmen bietet verschiedene Offshore Dienstleistungen an. Dazu gehören shared Webspace, Domains, Virtuelle Private Server, dedicated Server und VPN Dienstleistungen."

Screenshot
 In diesem Zusammenhang ist ein Blick auf den Server recht interessant. Insbesondere natürlich die 81 weiteren Domains, die den gleichen Nameserver benutzen:

Quelle: robtex
Ein älteres, aber lesenswertes Interview mit dem Firmengründer von Cinipac, Sebastian Kessler, gibt es hier.

Mal schauen, was sich in den nächsten Tagen hier noch zu tun wird - und wie Behörden und GVU darauf reagieren werden. Ich hole schon mal die Chips ;-)

Update 28.05., 00.28: pin3apple hat sowohl hier als Kommentator, als auch auf kino.to den Grund mitgeteilt, warum die kino.to-Seite verändert wurde, wie im Beitrag von mir dargestellt. Auch erreichte mich soeben eine Mail von pin3apple mit der Bitte um Überarbeitung meines Artikels, denn die Website von kino.to sei NICHT erneut gehackt worden. Dieser Bitte komme ich selbstverständlich gerne nach - auch, wenn ich mit keiner Silbe von einem erneuten Hack geschrieben, sondern lediglich auf die Veränderung hingewiesen habe.

Sonntag, 20. Mai 2012

kino.to-Website von Hackern übernommen

Zwei anonyme Datenschützer haben offensichtlich die Website von kino.to übernommen und teilen auf der Startseite von kino.to, auf der die bekannte Meldung der Kriminalpolizei steht, unter dem Link "BITTE LESEN" wie folgt mit:
pin3apple & chomik

Liebe Staatsanwaltschaft, liebe GVU!

Wir haben einen gravierenden Fehler in der Administration der Domain Kino.to entdeckt, der es theoretisch jedem ermöglicht hat, die Domain zu übernehmen. Wir haben deshalb aus Sicherheitsgründen die Domain selbst übernommen und leiten sie
nun wie gewohnt auf die Meldung der Kriminalpolizei. Wir verfolgen hierbei keinerlei böse Absichten, sondern wollen lediglich sicherstellen, dass die Domain auf dem Weg nicht von anderen z.B. zu Werbezwecken misbraucht werden kann.
Wir sind sehr gerne bereit, die Domain zurückzugeben, würden jedoch vorher gerne mit der Administration in Kontakt treten, um die Sicherheitslücke zu beheben. Um einen Hack hat es sich strenggenommen nicht mal gehandelt, da kein Eindringen
in fremde Systeme oder die Umgehung von Sicherheitsmechanismen nötig war. Einzelheiten werden dann privat (am besten via email) besprochen.
Wir hoffen und bitten Sie darum, unsere freundliche Geste nicht mit einem Strafverfahren o.Ä. zu erwidern, da wir die Domain lediglich vor weiteren Hacker-Angriffen schützen wollen. Wir bitten die zuständige Administration, via email mit uns in Kontakt zu treten.

Mit freundlichen Grüßen,

pin3apple & Chomik

Quelle: kino.to