Sonntag, 9. August 2009

Ein exemplarischer Arbeitstag aus der Abzockzentrale in Vlotho

Zunächst ein Hinweis vorab: ich bitte um Verständnis, daß ich die realen Namen der Mitarbeiter, die ausserhalb der "Führungs-Crew" dort arbeiten, nicht preisgebe. Wie ich bereits erwähnte weiß das "normale Fußvolk" nicht, in welches mafiös anmutende Netzwerk sie geraten sind. Ergo sind sie zu schützen und eine Veröffentlichung der Realnamen wäre für mich ein Faux Pas, den ich nicht begehen mag. Ich weiß mittlerweile, daß so mancher Mitarbeiter aus Vlotho auf meinen Blog aufmerksam wurde, daher die klare Botschaft: Entspannt euch, Leute. Mir geht es nicht um reisserische Berichterstattung, sondern um Fakten rund um das Netzwerk von Megadownloads. Nicht mehr - aber auch nicht weniger. Ich berichte nun also in erster Linie als Abteilungsleiter der BWL Letter & Support GmbH, der zwar mit Megadownloads (noch) nichts am Hut hatte sondern mit seinem Team für die Müller-Projekte zuständig war; da das Procedere in der Firma aber stets und in allen Bereichen das gleiche war ist das egal und dürfte für einen ersten Einblick reichen.

Morgens, 08.00 Uhr. Los gehts in die Firma. Die Fahrzeit nach Vlotho beträgt rund 20 Minuten und ich hasse morgendlichen Stress. Nun erst noch einmal die Zutaten für ein zweites Frühstück eingekauft - und schon beginnt der Arbeitstag. In aller Regel war ich neben der Abteilungsleiterin von Firstload und Megadownloads einer der ersten, der zum Dienst antritt und einer der letzten, der gegen 18.00 (oftmals später) die Firma wieder verließ.

Nachdem die Chipkarte der automatischen Zeiterfassung brav das Quittungssignal sendete und wir die zahlreichen Kaffeemaschinen gefüttert hatten begang also der Arbeitstag im Firmengeflecht. Nach und nach trudelten die Mitarbeiter ein, offizieller Dienstbeginn: 09.00 Uhr. Zunächst fuhr ich meinen Rechner hoch und checkte die eMails, während ich dem duftenden Kaffee und dem leckeren, belegten Brötchen nebenbei Tribut zollte. Jeder Arbeitsplatz verfügte über einen PC sowie zwei Monitore. So war es möglich, der verschiedenen Fenster der zur Bearbeitung nötigen Admin-Oberflächen der Projekte im Support Herr zu werden. Alleine in meiner Abteilung brauchte jeder Mitarbeiter immerhin rund 10 Fenster, die er sich entsprechend ablegte.

Nun galt es für mich, einen Blick in die schnöden Zahlen zu werfen: wieviele neue Mails sind von gestern auf heute eingegangen? Welches Projekt hinkt in der Latenzzeit hinterher? Wo muss ich welchen Mitarbeiter wie lange einsetzen, damit die Latenzzeit im Rahmen bleibt? Wie hoch ist das Anrufaufkommen und wie lange dauert es, bis ein Telefonat angenommen wird? Gibt es Krankmeldungen - und wenn ja - warum? Wer kann einspringen? All diese Fakten trug ich zusammen, um daraufhin die Peronalplanung für den Tag vorzunehmen und die Mitarbeiter entsprechend einzusetzen. Dieses Procedere gab es simultan in allen anderen Abteilungen. Sei es nun Firstload, Megadownloads oder in den zahlreichen anderen Projekten. Business as usual.

Zwischen 9.00 und 10.00 Uhr fand dann auch der "Geschäftsführer" Holger Brandes den Weg in die Firma und forderte einen ersten Rapport. Danach saß er in seinem Büro, surfte durchs Internet und wartete darauf, daß es 18.00 Uhr wird. Sollte man ihn mal mit betrieblichen Belangen behelligen und sein Büro aufsuchen, so (das berichten Mitarbeiter) war er peinlich bemüht, schnell die Internetseiten seines Browsers zu verkleinern, denn sie hatten mit betrieblichen Dingen so gar nichts zu tun: Hannover 96, Xing, StudiVZ. Stets war er beschäftigt, das Tagesgeschäft lief an ihm vorbei. Ich wage heute zu behaupten, daß der Strohmann für Babenhauserheide einfach eine perfekte Wahl war. Wichtig dreinblickend ohne auch nur ansatzweise im Thema zu sein. Ich glaube aber andererseits auch, daß er um die Abzocke -an sich- wusste und der Ansicht war, er könne hier einfach mal Kasse machen, ohne arbeiten zu müssen. Vermutlich war und ist das immer noch so.

Dienstags und donnerstags stand der Datenimport an. Die Daten kamen per Mail von Benette Buchwald als .csv-Dateien und mussten nun in unser System namens Ikaros (einer von Babenhauserheide in Auftragsarbeit modifizierten Inkasso-Software) eingepflegt werden, so daß der Rechnungs- und Mahnlauf für alle Projekte beginnen konnte. Gerade an diesen Tagen war es wichtig, daß alle Rädchen ineinander greifen: die Postabteilung zum Kouvertieren und Frankieren war auf darauf angewiesen, daß der Datenimport an den Rechnern zeitnah durchgeführt wurde und die Damen, die die Drucker beaufsichtigten und den eigentlichen Druck von Rechnungen und Mahnungen faktisch per Knopfdruck starteten, ebenso. Liegt das richtige Briefpapier im jeweiligen Drucker? Müssen wir Briefpapier nachbestellen? Gibt es neue Bankverbindungen aufgrund gekündigter Konten, die wir nachpflegen müssen im System?

Meistens gegen Mittag erschienen dann Frank und Heike Babenhauserheide. In der Firma wurde Herr Babenhauserheide immer "BHH" genannt, das war kürzer. Während BHH sich zunächst in sein Büro zurückzog, nachdem er zuvor einen Rundgang machte um sich durch seine cholerische Art Eindruck zu verschaffen kümmerte sich seine Frau Heike in ihrem Büro um das Personalwesen und die Buchhaltung. Heike Babenhauserheide hatte nebenbei offensichtlich den Auftrag, im Firmengeflecht für gute Stimmung zu sorgen und die Belegschaft zusammenzuhalten.

In meiner Abteilung war ich dafür verantwortlich, daß die eingehenden Mails abgearbeitet und die eingehenden Calls aus der Hotline beantwortet werden. Genauso ging es in den anderen Abteilungen, völlig simultan zu den anderen Projekten, zu. Alle Mitarbeiter hatten entsprechende Textbausteine für häufige und ständig wiederkehrende Fragen der Anrufer / Mailschreiber, die sie in ihren Fenstern stets griffbereit hatten. Ein automatisiertes Reaktionsverfahren, quasi, von jedem Deppen zu verstehen. Die eingehende schriftliche Post kam kistenweise. Mitarbeiter der Postabteilung fuhren täglich sämtliche der angelegten Postfächer im Raum Ostwestfalen-Lippe ab und verteilten sie dann in den Abteilungen, fein nach Projekt sortiert. Für die Bearbeitung relevanter Schreiben (Gericht, Polizei, Rechtsanwaltsscheiben) wurde extra eine Kraft eingestellt. Diese kümmerte sich nur um diese brisante Post. Auch hier gab es Textvorlagen. Autorin: Benette Buchwald.

Auch, wenn es irgendwie perfide klingen mag: die Menschen, mit denen ich zu meiner aktiven Zeit zusammengearbeitet habe, waren mir wirklich ans Herz gewachsen (die Ausnahmen dürften bekannt sein, ich schreibe hier von den "normalen" Mitarbeitern, die vermutlich heute noch nicht wissen, was los ist). Selten habe ich ein so tolles Arbeitsklima und Miteinander erlebt. Man hielt zusammen und wollte gemeinsam etwas bewegen, machte Überstunden, um noch eben dies oder das fertigzustellen. Viele sind da über sich hinausgewachsen, und da ich weiß, daß so manches "Rädchen" im Unternehmen hier mitliest: danke für euren Support - und werdet wach!

Kurzes Fazit zwischendurch: Symbiosen schaffen ist sinnvoll

Seit der Eröffnung meines Blogs hat sich in vielerlei Hinsicht so einiges bewegt. Während ich erwartet hätte, daß die Rechtsanwälte der Gegenseite mit dem Säbelrasseln beginnen würden kam aber alles ganz anders. Kein Säbelrasseln bis heute, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ich freue mich drauf!

Stattdessen erhielt ich auch heute wieder eine Vielzahl von Mails, die sehr interessant sind. Offensichtlich trägt mein Blog dazu bei, daß auch ehemalige Strohmänner überlegen, sich zu outen. Die bislang erlangten Informationen rund um das Megadownloads-Netzwerk durch diese Insider bestätigen mich definitiv in der Gewissheit, daß diese Form der öffentlichen Berichterstattung goldrichtig ist. Es ist für mich selbstverständlich, daß ich diese Kontakte schützen werde. Sollten sich die Betreffenden öffentlich zu Wort melden wollen, so haben sie hier definitiv eine Plattform, die ich gerne zur Verfügung stelle. In der Zwischenzeit freue ich mich über jede noch so kleine Info über die Zeit vor, während oder nach meinem Ausscheiden. Trauen Sie sich und schreiben Sie mir!

Manchem fehlt allerdings noch der Mut dazu sich öffentlich darzustellen, da sie Repressalien fürchten. Weitestgehend unbegründet, wenn man denn entsprechende Vorsorge trifft und mit den richtigen Institutionen zusammenarbeitet. Thematisch gehe ich hier nicht weiter ins Detail, wie nachvollziehbar sein sollte.

Sowohl die Printmedien als auch Fernsehsender sind mittlerweile auf diesen Blog aufmerksam geworden und senden Interview-Anfragen und haben Interesse daran, zu berichten. Ich werde in der kommenden Woche die Anfragen kanalisieren und weiter berichten.

Slapstick am Rande: obwohl ich längst nicht mehr zum Netzwerk gehöre erreichte mich heute ein "Irrläufer" der Post an meine Hausanschrift, zu der ja die Post der L & H GmbH aus Hannover weitergeleitet wurde. Das Schreiben datiert am 25.05.2009 und stammt von einem Hamburger Zahnarzt, der am 19.05.2009 eine Mahnung von Megadownloads erhielt. Er brüskiert sich darüber, da er sich auf mega-downloads.net nie angemeldet habe. Einer von -zig Tausenden. Ich werde ihn morgen mal anrufen und auf diesen Blog aufmerksam machen.

Ich bin gespannt auf weitere Mails, die mich sicherlich erreichen werden. Seien Sie sich der Tatsache versichert, daß ich umgehend reagieren werde. Symbiosen zu schaffen ist sinnvoll und führt in dieser Angelegenheit zu einer positiven Eigendynamik, davon bin ich überzeugt.

Samstag, 8. August 2009

Inside - sprichwörtlich!


Falls Sie sich schon immer gefragt haben, wie es eigentlich in der deutschen Zentrale der Abzockmafia um Megadownloads ausschaut: hier ein Bild aus dem Druckerraum, in dem die Rechnungen und Mahnungen wie am Fließband auf Industriedruckern produziert werden. In den Regalen links befindet sich der entsprechende Vorrat an Briefpapier, fein säuberlich nach Projekten geordnet.

Das Foto habe ich übrigens selber geschossen, als wir im Dezember eine Umbauaktion vornahmen. Diese Aktion wurde nötig, da sich der Vermieter, welcher im angrenzenden Gebäude wohnt, durch die Lautstärke der Frankiermaschinen gestört fühlte und mit Kündigung drohte. Also wurde die Postabteilung neben den Druckerraum installiert, so konnte letztlich noch effizienter gearbeitet werden. Selbstverständlich erfolgte der Umbau (unbezahlt, übrigens) auf einem Sonntag, damit der laufende Geschäftsbetrieb nicht gestört wird. Immerhin muss unter der Woche der Rubel rollen, nicht wahr?

Nun könnte man sich fragen, wo Babenhauserheide denn die technische Ausstattung her hat. Nach seinen Angaben hat er einen Großteil der technischen Geräte von den Wienern gekauft, als die pfiffigen Fritzmänner Babenhauserheide zum exclusiven Eintreiber beförderten. Interessant dürfte auch die Tatsache sein, daß weder die BWL Letter & Support GmbH (die ja das operative Geschäft betreibt), noch die BWL Service GmbH & Co. KG, noch die VWL Verwaltungs GmbH diese Käufe tätigte. Nein, es war vielmehr die Firma IDS Wirtschaftsdienste, der sämtliches Inventar in der Vlothoer Firmenzentrale gehört. Und diese vermietet halt an die entsprechenden, vorgenannten Firmen.

Mädchen für alles: Bennette Buchwald

Da hat es das Mädchen für alles noch mal eben so geschafft. Wie die Neue Westfälische Zeitung aktuell berichtet, wurde gegen eine Geldstrafe das Verfahren gegen Bennette Buchwald eingestellt. Eine Farce, wie ich finde. Im Firmengeflecht um Babenhauserheide ist sie in einer Führungsposition und weiß genau, was da läuft und profitiert davon. Die auferlegte Geldstrafe wird entweder München oder Wien mit einem Lächeln aus der Portokasse zahlen. Ich kann mir an dieser Stelle den Frust der Ermittler vorstellen, die akribisch rund 500 Strafanzeigen gegen Bennette Buchwald zur Verhandlung brachten und von dem Ausgang des Verfahrens enttäuscht sein dürften. Aufgehoben ist nicht aufgeschoben, sagt man.

Werte Frau Buchwald, gehen Sie felsenfest davon aus, daß mein Fokus weiterhin auch auf Ihre Personalie gerichtet ist im Rahmen meiner Berichterstattung. Egal, ob Sie gerade auf Sylt weilen, in Bad Salzuflen auf dem Sofa liegen oder dort eben in einem Café Kaffee und Kuchen servieren.

Welche Funktion hatte oder hat Frau Buchwald eigentlich innerhalb des Firmengeflechts? Nun, zunächst einmal war sie bekannterweise meine Vorgängerin als Abteilungsleiterin für die Müller-Projekte. Neben dieser Tätigkeit agierte sie aber desweiteren noch als Frontfrau diverser GmbHs, die allesamt reine Briefkastenfirmen waren oder sind. Benette Buchwald war in der Firma vorrangig damit betraut, die Rechnungsläufe der meisten Projekte zu organisieren.

Interessant ist die Tatsache, daß sie vertragsmässig eigentlich bei Matthias Müller / Xxxxxxxx Xxxxx (My Movies Online GmbH) angestellt ist oder war. So war eine perfekte Kontrolle seitens der Münchner gewährleistet. Betrachtet man die Website genauer, so wird stolz auf einen Adressbestand von 1.600.000 Adressen (BtC) hingewiesen. Sind diese Adressen gar jene, die genutzt werden, Rechnungen und Mahnungen zu verschicken? Denkbar wäre das schon, denn immerhin beteuern viele, viele Geschädigte, nie auf den Seiten der Abzockseiten gewesen zu sein...

Auswertung der Besucher. Sehr interessant...

Heute setzte ich mich mit einem befreundeten IT-Spezialisten zusammen und bat ihn um eine erste Auswertung um zu erfahren, wer denn vorrangig meinen Blog besucht. Das Ergebnis fiel interessant aus. Während manche versuchten, ihre IP zu verschleiern, so kamen andere offenen Visiers daher und klickten stundenlang stets und ständig auf den Tag "Babenhauserheide". Wird da gar jemand nervös? Hier ein Auszug aus dem whois:

netnum:        212.185.19.24 - 212.185.19.31
netname: FRANK-BABENHAUSERHEIDE-KALLETAL-NET
descr: BWL Letter & Support GmbH
country: DE
admin-c: FB7420-RIPE
tech-c: FB7420-RIPE
status: ASSIGNED PA
mnt-by: DTAG-NIC
notify: lir.nic@t-com.net
source: RIPE
Wir erörtern nun nicht, was Babenhauserheide mit der BWL Letter & Support GmbH zu tun hat, oder? Es ist ja bereits bekannt, daß Holger Brandes nur der Strohmann ist.

Neben Herrn Babenhauserheide sind offensichtlich auch Benutzer aus Dubai und, wen wundert es, aus Österreich permanente Besucher meines Blogs. Ich freue mich über den regen Zulauf und die Tatsache, daß sie mal aus der Anonymität geholt werden. Wenn auch (bislang) nur virtuell. Aber das lässt sich ja ändern.

Freitag, 7. August 2009

Die Ereignisse überschlagen sich: Feedback ohne Ende!

Insgeheim habe ich damit gerechnet, daß es ein gewisses Feedback auf meinen Blog geben wird. Überrascht hat mich hingegen die Tatsache, daß dieses sowohl seitens der Print-Medien, der Fernsehsender und überraschenderweise auch seitens ehemaliger Mitarbeiter erfolgt. Ich führe derzeit viele Gespräche per Mail, Telefon, persönlich. Nun gilt es zu verifizieren, das dauert eine Weile. Um es noch einmal zu betonen: Infos gleichwelcher Art werden von mir vertraulich behandelt und nur dann veröffentlicht, wenn der Informant damit einverstanden ist. Ich zähle nicht zu jenen, die aus Effekthascherei private Infos veröffentlichen. Vielmehr freue ich mich über das, was gerade passiert: es werden Symbiosen geschaffen. Nützlich in der Sache.

Es gilt übrigens in Form der Berichterstattung und der Sonderierung, welche Medienquellen interessant sind, zu unterscheiden. Mir persönlich ist an seriöser und ehrlicher Berichterstattung gelegen. Wie ich feststellen musste hat mindestens eine in meinen Augen unseriöse Seite meine Inhalte übernommen, um in anderer Sache einen Kleinkrieg zu führen. Daher an dieser Stelle folgende Bitte: meine Inhalte unterliegen dem Copyright - somit möchte ich gefragt werden, ob ich einer Veröffentlichung auf anderen Seiten zustimme. In der Regel stimme ich natürlich zu, denn es gilt letztlich, der Abzocke ein Ende zu bereiten. Dennoch ist eine vorherige Nachfrage usus in der Netzwelt - und ich möchte defintiv kanalisieren können, wo meine Beiträge erscheinen. Nicht zuletzt deshalb steht das © da. Der Fairness halber benenne ich noch nicht die Seite, die ungefragt Beiträge von mir übernommen hat und alle Fakten durcheinander wirft im Blog, um offensichtlich an ganz anderer Front zu kämpfen. Ich schrieb den Betreibern lediglich eine Mail mit der Bitte, sich nicht als Trittbrettfahrer zu betätigen, sinngemäß. Schade, daß das überhaupt nötig ist.

Dieser Titel des Beitrages wurde unter dem Aktenzeichen 5 O 300/09 seitens des Landgerichts Bielefeld untersagt.

Dieser Beitrag wurde unter dem Aktenzeichen 5 O 300/09 seitens des Landgerichts Bielefeld untersagt.

Betreiber von Mega-downloads.net: Valentin Fritzmann

Es ist schon sehr beachtlich: kaum berichtet der Informationsdienst Goldman, Morgenstern & Partners, kurz: GoMoPa über Mega-downloads.net und deren Abzocke, schon kommt seitens der InQnet GmbH in Wien, dessen Inhaber Herr Valentin Fritzmann ist, eine Stellungnahme, in der Fritzmann angibt, nichts mit Megadownloads zu tun zu haben. Sehr merkwürdig und fast schon amüsant und ganz schön peinlich für Valentin Fritzmann, denn diese offensichtliche Lüge kann ich definitiv nachweisen.

Werter Herr Fritzmann, warum stehen Sie nicht einfach dazu, der Betreiber von Megadownloads zu sein? Wir beide wissen das doch ebenso, wie die zahlreichen Mitarbeiter um Frank Babenhauserheide. Glauben Sie wirklich, daß diese schweigen werden, wenn sie dazu von offiziellen Stellen unter Eid befragt würden?

Als Appetithäppchen für die geneigte Leserschaft und selbstverständlich auch Ihnen persönlich sei mitgeteilt, daß mir umfangreicher Schriftverkehr mit Ihrem Buchhalter der InQnet GmbH, deren Inhaber Sie doch sind ebenso vorliegt wie umfangreicher Schriftverkehr mit Frank Babenhauserheide, in dem er mich u.a. anwies, die Zugangsdaten der Firmenkonten der L & H GmbH an Ihren Herrn Pils (dem Buchhalter) weiterzugeben.

Muss nun noch extra erwähnt werden, daß ich im Auftrag von Babenhauserheide weiterhin angewiesen wurde, die rund 250.000 Euro des gekündigten Sparkassen-Kontos in Herford ausgerechnet nach Dubai zu überweisen? Dort, wo unter anderem Ihr werter Vater Dr. Robert Fritzmann einen Großteil des Jahres lebt und residiert?

Gerne veröffentliche ich hier eine Stellungnahme von Ihnen. Schreiben Sie mir doch einfach, Herr Fritzmann, (beim Klick auf den Link bitte links auf "100 Gratis-SMS" klicken, damit das Video abgespielt wird) trauen Sie sich!

Vorsorglich sei allerdings erwähnt, daß mich Drohungen gleichwelcher Art lächeln lassen würden. Nur der Form halber, versteht sich. Das Medien-Interesse um Ihre Firmengeflechte ist immerhin groß - und als König der Abzocker scheuen Sie immerhin die Öffentlichkeit. Verständlich, wie ich finde.

Donnerstag, 6. August 2009

Chef-Eintreiber Deutschland, Österreich, Schweiz: Frank Babenhauserheide

Frank Babenhauserheide lernte ich im Jahre 1994 kennen. Zu diesem Zeitpunkt betrieb er in Herford ein Inkassounternehmen sowie eine Detektei. Ich fing bei ihm als zunächst als Inkassobevollmächtigter an und wechselte später in den Bereich Detektei, weil mich dieser Bereich einfach mehr interessierte. Die Firma hieß IDS Wirtschaftsdienste - und hatte, das sei der Fairness halber gesagt, einen ausgezeichneten Ruf. Im Inkassobereich wurden Forderungen in OWL ansässiger Firmen betrieben, in der Detektei wurden neben dem klassischen Bereich der Geschäftsüberwachung (Kaufhausdetektive, Doormen, Bewachungen) auch Observationen für Industrie und Handel getätigt.

Mich hatte damals Babenhauserheide beeindruckt: er betrieb ein vom Präsidenten des Landgerichts Bielefeld zugelassenes Inkassounternehmen, war anerkannter Detektivausbilder der Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe (ZAD), im Vorstand verschiedener Detektiv-Verbände (u.a. im Bundesverband Internationaler Detektive e.V.) und war eigentlich über alle Zweifel erhaben. Zu diesem Zeitpunkt lernte ich auch Bernd Rogalski kennen, den er als Assessor eingestellt hatte. Kurze Zeit später war er Prokurist und ist heute Geschäftsführer der Collector GmbH.

Unsere beruflichen Wege trennten sich nach einigen Jahren, weil Babenhauserheide zuvor vereinbarte Provisionen für meine Tätigkeit als Leiter der Detektei kürzen wollte und ich damit nicht einverstanden war. So verselbständigte ich mich, nachdem vor dem Arbeitsgericht immerhin ein Vergleich herauskam. Von wem ließ er sich wohl anwaltlich vertreten? Na, logisch: von Ralf Hasenbäumer. Ich beschrieb ja eingangs bereits, wie der erneute Kontakt nach Jahren wieder zustande kam, machen wir also einen Zeitsprung. Schon damals war Babenhauserheide ein lupenreiner Choleriker, der gerne laut wurde und auch schon mal spontan und grundlos Mitarbeiter rausschmiss, um sie am nächsten Tage wieder einzustellen. Daran hatte ich mich gewöhnt. Was mir nun auffiel: er war tatsächlich ruhiger und sachlicher geworden. Zumindestens dann, wenn alles lief.

Heute frage ich mich, wie ich auf ihn reinfallen konnte, denn aus dem einstmals seriösen Inkasso- und Detekteigeschäft wurde ja ganz offensichtlich eine Umkehr zu organisiertem, bandenmässigen Wirtschaftsbetruges als berufliches Hauptbetätigungsfeld. Nun, die Frage konnte ich mir leicht beantworten:

Es wird den Mitarbeitern einfach eine perfekt inszenierte Scheinwelt vorgespielt. Man wird bewusst dumm gehalten, was Hintergrundinformationen und Details angeht und es wird gelogen auf Teufel komm heraus. Die involvierte Führungsriege spricht hierbei eine Sprache und streut gezielt die Falschinformationen, die nach aussen hin das Betrügernetzwerk als seriös erscheinen lassen.

Die Strafverfolgungsbehörden täten gut daran, die aktuell noch vorhandenen sowie die ehemaligen Mitarbeiter mal zu befragen, wer im Firmengeflecht das Sagen hatte, wer die Entscheidungen traf und wer der eigentliche Chef der Firmen BWL Letter & Support GmbH, BWL Service GmbH & Co. KG, VWL Verwaltungs GmbH, Web Inkasso GmbH, IDS Wirtschaftsdienste und der Collector GmbH ist. Ich lege die Hand dafür ins Feuer, daß jeder aktuelle oder ehemalige Mitarbeiter nur einen einzigen Namen nennen wird: Frank Babenhauserheide.

Prokuristin und graue Eminenz: Carmen Ihle

Sie gilt als die Vertretung von Babenhauserheide und leitet während seiner Abwesenheit die Geschicke rund um das Firmengeflecht. Immer dann, wenn es irgendwo brennt: Carmen Ihle ist da und trifft Entscheidungen - egal, um welches Projekt es sich handelt. Mich persönlich wundert die Tatsache, daß über sie in den einschlägigen Medien noch nicht berichtet wurde, denn sie besetzt zweifelsfrei eine Schlüsselfunktion innerhalb der organisierten Abzocke.

Neben sämtlichen Projekten, die in Vlotho abgewickelt werden, ist sie die treibende Kraft rund um Firstload und leitet neben der Tätigkeit als Prokuristin deren Geschicke und ist der erste Ansprechpartner für die InQnet GmbH. Ihle habe ich als "Babenhauserheide 2" kennengelernt: was Cheffe sagt, wird gemacht. Nachfragen? Um Gottes Willen! Carmen Ihle ist die Vertraute von Babenhauserheide und die einzige Person, die während seiner Abwesenheit selbständig Entscheidungen zu treffen vermag. Eine graue Eminenz par excellance, die stets das macht, was Babenhauserheide wünscht.

Ob sie Kenntnis über das hat, was praktiziert wird? Ein klares JA. Nicht zuletzt meine immer häufiger werdenden, kritischen Nachfragen wurden zu meiner aktiven Zeit so geschickt abgeblockt, so daß ich auf kein anderes Ergebnis kommen kann. So manches mit ihr geführte Gespräch empfinde ich heute als nahezu perfide, denn sie versuchte stets, mich "auf Kurs zu bringen", damit ich weiterhin mitspiele. Dazu setzte sie in erste Linie auf eine vorgegaukelte "Menschlichkeit". Immerhin sind wir ja alle eine große Familie, nicht wahr? Apropos Familie: ist es eine Überraschung, daß die Tochter von Carmen Ihle im Support von Megadownloads arbeitete? Sowas aber auch!

Strohmann: Holger Brandes

Wer sind denn nun die Macher hinter Mega-downloads.net? Beginnen wir mit dem Strohmann namens Holger Brandes, der das Supportzentrum in Vlotho leitet und das operative Geschäft tätigt. Ich lernte ihn, wie bereits erwähnt, im September des letzten Jahres kennen, als er mir von Frank Babenhauserheide als Geschäftsführer der BWL Letter & Support GmbH vorgestellt wurde. Recht schnell wurde mir klar, daß Herr Brandes keine Ahnung von gar nix hatte. Ich hatte damit aber kein Problem, denn immerhin ließ er mir im Tagesgeschäft vollkommen freie Hand. Egal, mit welcher Idee oder welchem Vorschlag zur Verbesserung ich auch immer in sein Büro kam, die Antwort lautete stets: "Gute Idee, kümmerst du dich drum? Klasse. Danke. Weiter so!". Was will man mehr als Abteilungsleiter? Ende Dezember wurden meine Frau und ich dann auch mal privat von Herrn Brandes eingeladen. So fuhren wir ins schöne Auetal in der Nähe Hannovers und lernten auch seine Frau Petra Brandes kennen. Offensichtlich sind beide sehr musikalisch, immerhin. Ein Alleinunterhalter leitet also als Strohmann für Frank Babenhauserheide die Geschicke um Megadownloads, während seine Ehefrau sich als Tina Turner-Double versucht.

Jede Hilfskraft in der Firma BWL Letter & Support GmbH wusste irgendwann, daß Herr Brandes keine Ahnung von gar nix hatte. Die Abteilungsleiter der verschiedenen Projektbereiche wurden bei Problemen befragt, an Brandes ging so ziemlich alles vorbei, da ihn eh niemand ernst nahm. In diversen Gesprächen im Mitarbeiterkreis wurde der Unmut immer größer, denn Brandes ließ die Mitarbeiter der Reihe nach ins offene Messer laufen bei Babenhauserheide, um sein Gesicht zu wahren. Heute glaube ich fest daran, daß Holger Brandes vom groß angelegten Betrug wusste und einfach mitspielte und spielt. Nicht anders ist zu erklären, daß er trotz massiver Front gegen ihn, der mitarbeiterseitig ausging, nicht gefeuert wurde. Stattdessen wurden die Mitarbeiter der Reihe nach rausgekegelt.

Bezeichnend: Herr Brandes schwärmte mir letztes Jahr von Xing vor und ermunterte mich, mich dort ebenfalls zu registrieren, was ich auch tat. Leider habe ich sein Profil damals nicht abgespeichert, aber Fakt ist: es änderte sich mehrfach. Seine berufliche Vita sah eindrucksvoll aus zu Beginn, komischerweise wurde sie mehrfach verändert. Nun frage ich mich plump: wie kann das möglich sein? Entweder habe ich irgendwo gearbeitet oder aber nicht. In der Phase meines Ausscheidens schrieb ich ihm daher öffentlich ins Gästebuch bei Xing, daß ich das beachtlich finde. Mit dem Ergebnis, daß er seinen gesamten Lebenslauf inclusive der (angeblichen) Beschäftigungsverhältnissen dort löschte. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

Die Staatsanwaltschaft Hannover bittet um Mithilfe!

An dieser Stelle ein Aufruf der Staatsanwaltschaft Hannover, der seit dem letzten Monat im Internet kursiert. Allerdings gibt es dabei ein Problem, denn oftmals wird in den Internetveröffentlichungen alles durcheinander geworfen, was zu nicht zielgerichteten Ermittlungen führt. Der Aufruf der Staatsanwaltschaft Hannover bezieht sich -ausschliesslich- an jene, die Rechnungen und Mahnungen der L & H GmbH erhielten. Dummerweise melden sich aufgrund unzureichender Berichterstattung zigtausend Geschädigte, bei denen es gar nicht um die L & H GmbH geht, sondern um Geschädigte gleicher Geschäftsmodelle anderer Unternehmen. Daher also noch einmal in aller Deutlichkeit:

Wenn Sie Mahnungen von der Firma L&H GmbH erhalten haben und sich bei Mega-Downloads nicht angemeldet haben oder vorher nie auf der Seite waren, werden Sie gebeten, sich mit der Staatsanwaltschaft Hannover in Verbindung zu setzen. Bitte stellen Sie sich dann als Zeuge zur Verfügung und schreiben unter Hinweis auf das AZ an:

Staatsanwaltschaft Hannover
Postfach 109
30001 Hannover

Aktenzeichen: 5302 Js 41769/09

Opendownloads.de, Softwaresammler.de und andere Projekte sind nicht Gegenstand der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover. Also bitte nicht alles in einen Top werfen. Immerhin muss die Staatsanwaltschaft sämtliche Anfragen bearbeiten und das kostet einen immensen, unnötigen Arbeitsaufwand bei der Vielzahl der eingehenden Schreiben der Geschädigten. Sowas muss nicht sein, also bitte: verifizieren!


Babenhauserheide sucht den Maulwurf! Juli 2009

Sowas aber auch. Da muss es im mafiös anmutenden Firmengeflecht doch tatsächlich einen (oder mehrere?) Maulwürfe geben, die mich und andere mit aktuellen Informationen versorgen. Nicht anders ist zu erklären, daß der Besuch von den Wienern zur Krisensitzung, abgehalten in den Räumen der Collector GmbH in Herford stattgefunden hat. Ebenfalls drang nach außen, daß eine Durchsuchung der Geschäftsräume der Firmenzentrale in Vlotho mit fünf Polizeibeamten erfolgte und diese offensichtlich auch fündig wurden, denn der IT-Mitarbeiter musste den Beamten eine CD mit Beweismaterial brennen.

Herr Babenhauserheide sucht nun in heller Aufregung nach dem Maulwurf und erließ erste Sanktionen gegen seine Mitarbeiter: absolutes Internet- und Handyverbot während der Arbeitszeit. Doch er ging noch einen Schritt weiter: Er forderte sämtliche Mitarbeiter auf, ihm die Passwörter (!) der Skype-Programme auszuhändigen. Außerdem mussten die Mitarbeiter Unterlassungserklärungen unterzeichnen, Skpye während der Arbeitszeit nicht mehr zu nutzen. Mit den erlangten Passwörtern wollte er den Schriftverkehr, welcher über den jeweiligen Account erfolgte, nachvollziehen, um den oder die Maulwürfe zu finden. Übrigens: wer zu dieser Maßnahme nicht bereit war wurde gefeuert. Offensichtlich liegen die Nerven also blank.

Bringt nichts, lieber Frank. Glaub mir! An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den oder die Maulwürfe, deren Identität ich selbstverständlich schütze. Ehrensache!

In diesem Zusammenhang sei vielleicht noch erwähnt, daß man für die Mitarbeiter mal eine Lanze brechen muss. Die sind (ausgenommen die Führungskräfte, die genau wissen, was läuft) nämlich mit dem normalen Tagesgeschäft ausgelastet und werden bewusst dumm gehalten. Kritische Nachfragen führen unweigerlich zur Kündigung, die Gründe sind dann jeweils lächerlich, werden aber toternst vorgetragen, so daß der gekündigte Mitarbeiter fast schon selbst glaubt, er habe unverschuldbare Fehler begangen. Entsprechend hoch ist die Fluktuation im Firmengeflecht von Babenhauserheide. Aber, was solls. Dann wird halt ein neuer Mitarbeiter eingestellt, es gibt ja genug Menschen ohne Arbeit in der heutigen Zeit.

Oha! Die Steuerfahndung steht vor der Tür! Juni 2009

Mittags, um 12.oo Uhr. Es klingelt, ich gehe an die Tür. Zwei Herren schauen mich eindringlich an und wollen meine Frau sprechen. "Sorry, die ist in der Stadt, worum gehts denn?" - "Steuerfahndung Hannover!" - "Na, kommen sie mal rein, wollen Sie einen Kaffee?". Ich rief meine Frau auf dem Handy an und sagte ihr, sie möge bitte nach Hause kommen, da die Steuerfahndung Hannover da sei. Eine Viertelstunde später traf sie ein und wir erörterten den gesamten Sachverhalt. Das Gespräch verlief harmonisch und schnell wurde klar, was in dieser Angelegenheit eigentlich abgeht. Die Beamten der Steuerfahndung waren verblüfft, denn bereits am Vortag habe ich der Staatsanwaltschaft Hannover eine Mail geschrieben. Hintergrund: uns erreichte noch ein Schreiben der Sparkasse Hannover, in dem mitgeteilt wurde, daß das Firmenkonto gepfändet sei. Gläubiger: Staatsanwaltschaft Hannover. Zu diesem Zeitpunkt dürften rund 300.000 Euro auf dem Konto gelegen haben. Ich informierte die Staatsanwaltschaft Hannover darüber, daß es noch weitere Konten gäbe, auf denen offenbar noch mehr Geld liegt. Im Beisein der Steuerfahnder telefonierte ich nun mit dem leitenden Staatsanwalt in Hannover, der den Besuch der Steuerfahndung in Auftrag gab, und am nächsten Tag setzten wir uns in Hannover zusammen. Erneut ein Sondierungsgespräch, erneut der Kronzeugen-Status.

Es mag an dieser Stelle durchaus mal erwähnt werden, daß die Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden durchaus fruchtbar sein kann. Ich habe sowohl mit der StA Detmold als auch der StA Hannover beste Erfahrungen gemacht. Muss ja auch mal gesagt werden! Nach meinem Ausscheiden aus dem Netzwerk habe ich akribisch weiter recherchiert. Ich schaute mir viele konservierte Fernsehbeiträge auf You Tube an und musste mich letztlich mit Adrian Fuchs in Verbindung setzen. Immerhin ist er derjenige, der zweifelsfrei mit seiner Arbeit massgeblich zur Aufklärung und Bekämpfung der Abzockszene beiträgt. Wie der geneigte Leser sieht versuche ich, Symbiosen zu schaffen und Kontakte zu knüpfen. Rechtliche Institutionen, Print- und Internetmedien zusammenzubringen. Bislang erfolgreich, glaube ich.

Der Versuch, eine Drohkulisse aufzubauen, April 2009

Am 27.03.2009 stand plötzlich der Firmenanwalt des Netzwerkes, Ralf Hasenbäumer vor unserer Tür und klingelte mehrfach. Dummerweise waren wir gerade mit unserem Bengel beschäftigt und schafften es nicht rechtzeitig zur Tür. Immerhin hinterließ Herr "Rechtsanwalt" Hasenbäumer ein Schreiben in unserem Briefkasten, in dem er uns zur Rückzahlung von -angeblich- zu Unrecht einvernahmten 75.000 Euro an Provisionen aufforderte. Sollten diese nicht binnen einer Frist zurückgezahlt werden, würde er uns verklagen.

Zu Herrn Hasenbäumer kann man sich bitte im Netz informieren, ich erspare mir bewusst, meine Meinung zu schreiben. Vielleicht nur soviel: der Brief wurde an einem Freitag in den Briefkasten geworfen, am Samstag (arbeiten da seriöse Anwälte?) rief er mich auf dem Handy an und versuchte erneut, eine Drohkulisse aufzubauen. Ich verabschiedete ihn mit den Worten: "Werter Herr Rechtsanwalt Hasenbäumer, drohen Sie nicht, machen sie einfach.". Es ist müßig zu erwähnen, daß bis heute nichts passierte, oder?

Teile dieses Beitrages wurden unter dem Aktenzeichen 5 O 300/09 seitens des Landgerichts Bielefeld untersagt.

Sechster Akt: Gewissheit erarbeiten, März 2009

Wer kann besser zur Aufklärung beitragen als ein Staatsanwalt, der mit den laufenden Ermittlungen betraut ist? Niemand. So setzte ich mich mit der Staaatsanwalt Detmold in Verbindung und fragte einfach mal nach, ob wir uns nicht einmal zusammensetzen wollen. Glücklicherweise freute man sich darüber, der Termin fand kurze Zeit später in Detmold statt. In einem Sondierungsgespräch tauschten wir uns binnen einiger Stunden aus - und ich stellte fest, daß mein Schritt, sich NICHT erneut ködern zu lassen, richtig war. Ich kam übrigens nicht mit leeren Händen, sondern mit einer Fülle von Unterlagen. Mir wurde mitgeteilt, daß ich nunmehr einen sogenannten "Kronzeugen-Status" inne hätte. Fortan vereinbarten wir, uns bei Neuigkeiten zu informieren und in Kontakt zu bleiben. Irgendwie ein beruhigendes Gefühl.

Erneuter Anwerbeversuch, März 2009

Das Telefon klingelt. Carmen Ihle, die Prokuristin und graue Eminenz um Babenhauserheide, säuselt mir ins Ohr: "Claus, wir brauchen eine Gesellschafterversammlung. Du bist Geschäftsführer, bitte beraume sie zeitnah ein." - " Selbstverständlich, den Termin gebe ich in Kürze bekannt." - "Danke, und wir vermissen dich!" - "Bitte.".

Interessant. Was würde mich dort erwarten? Na, schauen wir mal. Der Termin wurde vereinbart, pünktlich war ich vor Ort in der Firmenzentrale in Vlotho. Während eine Auszubildende eine Kanne Kaffe kredenzte kamen wir direkt zum Thema. Ich wartete permanent darauf, daß Babenhauserheide nun die Katze aus dem Sack lässt ("hiermit setzen wir dich als Geschäftsführer ab!"), aber nix dergleichen. Im Gegenteil wurde mir Honig um den Mund geschmiert:

"Lieber Claus. Gemeinsam sind wir stark und wir wissen deine Arbeit zu schätzen. Komm zurück, wir halten alle zusammen und vergessen das, was war!" - "Carmen, darüber muss ich nachdenken, gebt mir ein paar Tage!" - "Aber sicher, lieber Claus. Aber die Zeit drängt. Wir haben noch soviel vor. Wir könnten uns durchaus vorstellen, daß du in unserem gerade in Gründung befindlichen Logistikzentrum eine tragende Rolle spielst." - "Ich melde mich.". Sebstverständlich meldete ich mich nicht und recherchierte weiter, tauschte mich per Mail oder per Telefon mit ernstzunehmenden Journalisten aus und trennte weiterhin Spreu von Weizen. Beeindruckend, wie Ihle und Babenhauserheide um meine Rückkehr buhlten, fast schon oscarverdächtig. Verkehrte Welt!

Fristlose Kündigung, Februar 2009

Tja, es war einfach absehbar. Zuviele unbequeme Fragen rund um die Projekte, das Firmengeflecht. Es kam, wie es kommen musste: unter einem windigen Vorwand wurde ich als Abteilungsleiter der BWL Letter & Support GmbH fristlos (!) entlassen. Es war ein regulärer Arbeitstag, als mich Holger Brandes in sein Büro rief. "Claus, Frank hat gerade angerufen. Ich soll dich entlassen!" - "Och? Interessant. Und warum?" - "Er hat sich die Urlaubsliste angeschaut und du hattest während der Probezeit mehr Urlaub, als dir zusteht." - "Tatsächlich? Das wäre mir neu." - " Ja, der eine Tag als du nach Hannover gefahren bist, der ist zuviel gewesen!" - " *öhm*... ich habe doch auf seine Anweisung hin dort Konten eröffnet?" - "Kläre das mit ihm persönlich, ich jedenfalls soll dir die Kündigung schreiben." - "Okay, dann nur zu! Gib alles!".

Ich wartete nun auf Frank Babenhauserheide, der einige Zeit später auch in der Firmenzentrale erschien. Besprechung. Anwesend wieder einmal: Holger Brandes, Carmen Ihle, Frank Babenhauserheide. Ernste Mienen. Frank Babenhauserheide eröffnte das Gespräch: "In letzter Zeit ist mit dir nichts mehr los. Du stellst andauernd Fragen, anstatt dich um das Tagesgeschäft zu kümmern. Das habe ich mir anders vorgestellt. Dann habe ich die Urlaubsliste angeschaut und bin vom Glauben abgefallen: du hast einen ganzen Tag blau gemacht!" - "Habe ich nicht. Den Tag, den du meinst, habe ich mit Kontoeröffnungen verbracht, du wolltest das so und hast mich von der Firma direkt nach Hannover geschickt!" - "Sowas dauert keinen ganzen Tag!" - "nicht?" - "Nein!". Ich schaute in die Runde und fand eigentlich, daß der Anlass passend wäre, dem Treiben ein Ende zu bereiten. Ich stand wortlos auf und ließ die verdutzten Abzocker am runden und hochglanzpolierten Meeting-Table zurück.

Kaum zuhause angekommen klingelte das Telefon. Carmen Ihle, die Prokuristin. "Mensch Claus, du weißt doch, wie Frank ist. Der meinte das doch nicht ernst." - "Sorry, Carmen, das Thema ist durch!" - "Denk doch an deine Familie, ihr braucht doch das Geld!" - "Sicher, aber so veralbern lassen? No way!" - "Überleg es dir nochmal!" - "Danke fürs Gespräch!"

Eigentlich dachte ich, daß mit der Kündigung sämtliche Geschäftsbeziehungen erledigt seinen, also nicht nur meine Tätigkeit als Abteilungsleiter der BWL Letter & Support GmbH, sondern auch die Tätigkeit als Geschäftsführer der VWL Verwaltungs GmbH und der BWL Service GmbH & Co. KG. Weit gefehlt, wie ein Anruf von Heike Babenhauserheide am nächsten Tag offenbarte:

"Mensch, Claus! Du hast da offensichtlich vieles missverstanden. Frank meint es doch nur gut mit dir. Die Kündigung sollte nur ein Warnschuss sein, er meinte sie nicht ernst. Du weißt doch, wie er ist." - " Mit mir könnt ihr nicht mehr rechnen." - "Mensch, denk doch mal an das Geld und wir kennen uns doch schon so lange. Brandes ist ein Idiot, als er dir per SMS schrieb, daß sich die Kündigung auf sämtliche Verträge bezog, natürlich läuft L&H weiter, und auch die beiden Geschäftsführerposten bleiben natürlich.".

Zur Erklärung:
Strohmann Holger Brandes schrieb mir, nachdem ich einfach so die Besprechung verließ nachfolgend eine SMS, die Kündigung würde sämtliche Verträge und Tätigkeiten betreffen. Die Marionette war offensichtlich übereifrig und froh, daß ich das Feld geräumt habe. Was offensichtlich Babenhauserheide überhaupt nicht schmeckte. Immerhin liefen die Konten über uns - und wir haben nach der Kündigung sofort die Passwörter geändert, um weiteren Zugriff aus Wien zu verhindern. Legitim, oder? Ebenfalls legitim, daß man sich nach Kenntnis dieser Tatsache wieder einschleimt, um das Geschäft weiter zu betreiben, wenn auch irgendwie lächerlich.

Bin ich aufgeflogen? Das Verhalten ändert sich plötzlich. Januar 2009

Die Infos im Netz sind nicht immer von guter Qualität, man muss Spreu von Weizen trennen. Oftmals werden Threads in Internetforen auch von Leuten lanciert, die sich tatsächlich angemeldet haben und einfach nur einen Weg suchen, nicht zahlen zu müssen. Der Fairness halber sei dies erwähnt. Die Suche nach plausiblen und seriösen Berichterstattungen gestaltete sich somit zu einer wirklich zeitraubenden Aufgabe. Selbstverständlich nahm ich diese Aufgabe nach Feierabend dennoch wahr, denn es ging letztlich um die entscheidene Frage, ob das, was ich hier tue, rechtmässig ist oder eben nicht. Sorry, aber: ich bin gerade Vater eines Wunschkindes geworden, habe gerade erst geheiratet und sicher nicht vor, mir und meiner Familie die Zukunft zu versauen. Für kein Geld der Welt, übrigens!

Es war schwer für mich, mir tagsüber in der Firma nichts anmerken zu lassen. Anfangs hatte ich den Eindruck, man sähe mir an, was ich so im stillen Kämmerlein treibe. Eine heikle Phase, denn ich begann dennoch gewisse Abläufe zu hinterfragen und so kam es im weiteren Verlauf zu immer öfteren Konfrontationen innerhalb der Führungsriege. Mir war aber wichtig, die Infos im Netz mit meinen Erfahrungen abzugleichen, um diese komplex angelegte Abzocke (wie ich heute weiß) für mich selber zu hinterfragen und die gewonnenen Infos in Relation zu dem zu setzen, was im Tagesgeschäft passiert. Nur so kann schließlich ein Schuh draus werden!

Beispiel: Ich hinterfragte etwas bei meinem Geschäftsführer Holger Brandes, dieser zuckte nur mit den Achseln und verwies mich an Frank Babenhauserheide. Eine Marionette par excellance. Babenhauserheide wurde zunehmend hektischer und aufmerksamer, was meine Person anging. Häufig hatte ab diesem Zeitpunkt meiner Nachfragen den Eindruck, man wolle mich informativ einfach vergammeln lassen. Sprich: Infos, die früher ständig und unaufgefordert kamen, musste ich erst erfragen und kamen auch dann nur spärlich. Hier wurde offensichtlich eindeutig gemauert und man traute mir nicht mehr. Umso mehr recherchierte ich im Netz und besorgte mir in endlosen Stunden nach Studium vermutlich der meisten verfügbaren Seiten mit entsprechend recherchierten Inhalten ein abschließendes Bild zu machen. Von Tag zu Tag wuchs die Erkenntnis, daß es sich im Firmengeflecht um Megadownloads um ein ausgeklügeltes und sehr komplexes Paradebeispiel für organisierte Wirtschaftskriminalität handelt.

Mittwoch, 5. August 2009

Fünfter Akt: Der Rubel rollt! Januar 2009

Kaum waren die Konten aktiv und die Zugangsdaten zum Internetbanking eingegangen wurde bereits der erste Rechnungslauf gestartet. Frank Babenhauserheide benannte mir einen Herrn Reinhard Pils als Buchhalter der InQnet GmbH / Wien und bat mich, ihm die Zugangsdaten zu den Konten zu schicken, damit er entsprechend buchen könne. Und so wurde der Kontakt per Skype und Mail hergestellt und er erhielt die Daten, denn immerhin fungierte die InQnet GmbH als Treugeber.

Ich verfolgte die Zahlungseingänge über meinen Account und staunte nicht schlecht: binnen weniger Wochen wuchs der Kontostand beträchtlich, in zahllosen Buchungen á 96,00 Euro. Die Zahlungen erfolgten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zeitgleich zum angelaufenen Geschäft der L & H GmbH wurde nun eine Postweiterleitung eingerichtet, ich reiste nach Hannover, um die Formalitäten zu erledigen. Die Weiterleitung erfolgte an unsere Privatadresse, von hier aus nahm ich die Post dann mit in die Firmenzentrale nach Vlotho, um sie von den Callcenter-Agents bearbeiten zu lassen.

Die Freude wurde durch ein Schreiben der Sparkasse Herford, über die derzeit die Zahlungen erfolgten, jäh unterbrochen. Unter Hinweis auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen nach denen es Bankinstituten freisteht, Konten ohne Angabe von Gründen zu kündigen, geschah ebendies. Ein sofortiger Anruf und die Bitte um Erklärung, was denn schiefgelaufen sein mag, führte zu einem persönlichen Gespräch in den Geschäftsräumen der Sparkasse. Mich wunderte zu diesem Zeitpunkt, daß das Gespräch in der Revisionsabteilung stattfand und nicht mit unserem Geschäftskundenbetreuer und ich wurde argwöhnisch. Nicht umsonst kündigt eine Bank ein Geschäftskonto mit einer Viertelmillionen Euro, oder? Eine sehr konkrete Nachfrage nach dem Grund wurde mir leider nicht (!) beantwortet. Die Kündigung war fristgerecht. Sechs Wochen hatten wir nun Zeit, ein Referenzkonto zu benennen.

Ich rief sofort Chef Babenhauserheide an und informierte ihn über den Sachverhalt. "Och, das haben wir häufiger, da musst du dir nix bei denken. Die Banken mögen Internetfirmen nicht, da sie an den vielen Buchungen unter dem Strich kein Geld verdienen und einen immensen Aufwand haben!" sprudelte es aus ihm hervor. " Lach einfach drüber. Morgen gebe ich dir das Referenzkonto, ich kläre das heute noch mit Wien". - "*hmmm*...okay." Ich hätte nun gedacht, daß als Referenzkonto eines der anderen, von uns eröffneten Konten benannt werden sollte, aber Babenhauserheide entschied nach Rücksprache mit Wien anders und schickte mir per Mail eine Bankverbindung in Dubai. Na, da sitzt ja auch der Betreiber von Megadownloads laut Impressum, also geht das wohl so in Ordnung. Gesagt, getan und die Überweisung binnen der Frist ausgeführt. Natürlich musste nun der neue Rechnungslauf, der bevorstand, rein technisch angepasst werden und es wurde in den Rechnungs- und Mahnschreiben nun auf die Deutsche Bank Hannover umgeswitched. Babenhauserheide himself änderte die Bankverbindung im Inkasso-Softwareprogramm "Ikaros", die in Vlotho eingesetzt wird.

Die gesamte Entwicklung lies mich mittlerweile (endlich!) misstrauisch werden. Irgendwas kann doch da nun wirklich nicht stimmen. Die Provisionen sind sicher verlockend und reizvoll, aber: warum ist das Januar-Gehalt meiner Frau als Geschäftsführerin der L & H GmbH noch nicht da? Warum kündigt eine Bank eine Geschäftsverbindung? Persönliches Gespräch mit Babenhauserheide. "Du, da muss irgendwas untergegangen sein. Ich kläre das mit dem Steuerberater und Wien!". Nachdem zunächst business as usual betrieben wurde fing ich an, erste Internetrecherchen zu betreiben. Fündig wurde ich auf einer Seite im Netz, die mir bis dato unbekannt war: antiabzockenet.blogspot.com. Ich las meinen Namen dort und mir wurde derzeit unterstellt, seit Jahren zum Netzwerk der Internetmafia um Babenhauserheide zu gehören. Sofort nahm ich Kontakt zum Betreiber der Seite auf, um diese Unterstellung klarzustellen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an ihn für den netten Mailkontakt, der wirklich fruchtbar war und den eigentlichen Stein ins Rollen brachte! Selbstverständlich informierte ich niemanden sonst über den Kontakt zu ihm, da ich mittlerweile, wie gesagt, bereits zuviele Ungereimtheiten in den Firmenbelangen feststellte. Stattdessen recherchierte ich eifrig weiter. Still und heimlich.