Samstag, 18. Januar 2014

Aussteiger Babenhauserheide - unvorstellbar?

Ich möchte meinen Gedanken freien Lauf lassen und diese auch mit der werten Leserschaft teilen um eine  möglichst sachliche Diskussion zu entfachen. Der Auftritt des Herrn Babenhauserheide vor dem Schöffengericht Herford war nämlich denkwürdig und wirft für mich persönlich einige Fragen auf.

Jeder (ehemalige) Mitarbeiter aus dem Netzwerk des Babenhauserheide wird bestätigen können, dass er stets souverän und mit breiter Brust auftrat , klare Entscheidungen traf und sich exakt so auch artikulierte. Er war ein "Herrscher", oftmals cholerisch und laut, immer aber deutlich und unmissverständlich. Bundeswehr-Ton, selbstbewusst. Was Babenhauserheide sagte, wurde gemacht. Punkt.

Ein völlig anderes Bild vermittelte Babenhauserheide im Strafprozess am vergangenen Dienstag, als er als Belastungszeuge gegen mich befragt wurde (s. Prozessbericht). Von Selbstbewusstsein oder Souveränität war nichts zu spüren, im Gegenteil. Der ehemalige Feldjäger der Bundeswehr stammelte vor sich hin, widersprach sich mehrfach und schien unsicher. Mimik und Gestik sprachen desweiteren für sich.

Wie mir zugetragen wurde verdingte sich Verkehrsanwalt Hasenbäumer vor der Vernehmung des Babenhauserheide vor dem Gerichtssaal wie ein "Coach im Boxsport, der seinen Sportler starkreden will. Er solle dies, er müsse das....". Vergebens, wie nun feststeht.

Wenn Herr Babenhauserheide nicht einmal als Belastungszeuge in einem inszenierten Prozess gegen meine Person taugt, wie verläuft dann erst der bevorstehende Prozess, in dem er selbst auf der Anklagebank sitzt  und sich wegen gewerbsmässigem und bandenmässigem Betrug in 30.000 Fällen verantworten muss?

Möge Herr Babenhauserheide die Fakten zusammenzählen und mal eroiren, wo er steht. Valentin Fritzmann hat sich mittlerweile umbenannt und heißt Florian Schweiger, Strohmann Steffel (Wien) und der ehemalige Buchhalter der InQnet GmbH, Reinhard Pils (Firma bereits liquidiert) erschienen gar nicht erst, obwohl doch (laut Lügengerüst) angeblich geschädigt. Immerhin war ein Zeugenanwalt der Kanzlei Hoenig (Berlin) anwesend, der -nur meiner bescheidenen Meinung nach natürlich- lediglich als Zuschauer im Gerichtssaal saß um Fritzmann (heute: Schweiger) mitzuteilen, wie es um die Standfestigkeit des Belastungszeugen steht.

Aufwachen, Herr Babenhauserheide!

Wenn es vor dem Landgericht Hildesheim zur Sache geht werden wir beide wieder aufeinandertreffen, das verspreche ich Ihnen. Und diesmal sitzen Sie auf der Anklagebank. Soweit mir bekannt ist lautet die Anklage auf gewerbsmässigen und bandenmässigen Betrug in dreißigtausend Fällen; das mögliche Strafmaß entnehmen Sie bitte dem StGB.

Haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, auszupacken und reinen Tisch zu machen?

Wenn es überhaupt noch einen Zeitpunkt gibt, dann spätestens jetzt.

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Villa Fritzmann nur eine Kulisse?

Wie Abzocker wohnen verdeutlicht die Beschreibung der Architekten der Villa Fritzmann. Das liest sich nämlich dann wie folgt:

Villa F.

Eine im Süden von Wien gelegene Villa aus den 1980er Jahren wurde komplett umgebaut. Besonders wichtig dabei war es, den Bestand aufzuwerten und die Blickbeziehungen zu verbessern. Außerdem sollte die tolle Aussicht auf den Garten und der Blick über Wien besser zur Geltung kommen. Dafür wurden Wände entfernt und die Fassade teilweise abgebrochen, bis nur noch der Rohbau übrig blieb.
Durch den so geschaffenen offenen Raum zieht sich eine Welle aus Corian, die Decken-, Sitz- und Liegeelemente verbindet. So werden Küche, Wohnen, Arbeiten und Bar in einem Element verbunden und im Raum zoniert. Bei der gesamten Innenraumgestaltung nahm man Anleihen am Yachtdesign. Stauräume, Garderobe, Toilette und sogar ein Aquarium wurden in die Wände integriert. Der gesamte Raum ist in Weiß mit farbigen Akzenten in Blau gehalten. Durch die Beleuchtung der Objekte scheinen diese zu schweben, und das Gefühl für Entfernungen geht verloren. (Text: Architekten)

Quelle: Najjar & Najjar, Wien

Das es sich tatsächlich um die Villa Fritzmann handelt dürfte auf die Unvorsichtigkeit des Aquarien-Bauers zurückzuführen sein. Dieser kürzte zwar auf seiner Homepage ebenfalls den Namen Fritzmann mit einem "F." ab, benannte aber eines der dortigen Bilder "Fritzmann1.jpg".

Offenbar dient das Domizil Dr. Robert Fritzmann und Sohnemann Florian Schweiger (ursprünglicher Name: Valentin Fritzmann) aber lediglich als Kulisse. Nicht anders ist zu erklären, dass die Villa Fritzmann am 24.12.2013 zur besten Sendezeit auf ARD als Kulisse des Filmes "Die Abstauber" diente.

Villa Fritzmann, Quelle: aquamare.at
Die deutsch-österreichische Produktion aus dem Jahre 2011 (Regie: Wolfgang Mumberger) wurde in Teilen zweifelsfrei in der Villa Fritzmann gedreht. Der Hauptakteur namens Chris, ein verwöhnter Star-Banker, dem ein zweistelliger Millionenbetrag abhanden kam, wohnte in diesem Film nämlich dort.

Nun stellt sich dem geneigten Leser natürlich die Frage, warum Fritzmann sein vermeintliches Zuhause für einen ARD-Fernsehfilm zur Verfügung stellt. An Geldmangel mag ich sicher nicht glauben, vielmehr drängt sich der Verdacht auf, dass die Villa F. für Dr. Robert Fritzmann und Söhnchen nichts anderes als eine Kulisse darstellte. Böse Zungen behaupten gar, Fritzmann täusche mit dieser Villa lediglich vor, noch in Österreich zu residieren. Vielleicht gar, um die Ermittlungsbehörden zu täuschen?

In diesem Zusammenhang würde mich übrigens interessieren, wann Dr. Robert Fritzmann samt namensrechtlich auf Florian Schweiger umbenannten Valentin Fritzmann zuletzt in Wien gesichtet wurden?

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Über die Erinnerungslücken des Frank Babenhauserheide - ein Prozessbericht

Gestern wurde vor dem Amtsgericht Herford (Schöffengericht) mein Strafverfahren verhandelt. Der Tatvorwurf gegen mich lautete auf Unterschlagung von rund 75.000 Euro. Ich berichtete hier im Blog umfassend darüber. Zunächst sollte dieses Verfahren bereits am 04.06.2013 stattfinden, allerdings war ich der Ansicht, dass hierzu noch diverse Zeugen zu laden wären - und somit wurde das Verfahren auf den 17.12.2013 verschoben.

Es galt die Frage zu klären, ob es zwischen mir und Herrn Babenhauserheide eine mündliche Provisionsabsprache gegeben habe oder nicht. Laut Strafanzeige, eingereicht von Verkehrsanwalt Ralf Hasenbäumer im Auftrag der L & H GmbH, sei dies angeblich nicht der Fall gewesen; ich hätte mich schlichtweg an Fremdgeldkonten der Abofallenbetreibern bereichert. Die Strafanzeige erfolgte übrigens exakt an dem Tag, an dem ich hier auf IMD ein erstes TV-Interview bei Akte 2009 angekündigte. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt....

Um 09.00 Uhr ging es dann los mit dem Aufruf in der Sache. Es wurde festgestellt, dass gleich zwei geladene Zeugen nicht erschienen waren: Helmut Steffel (Wien) sowie der damalige Buchhalter der InQnet GmbH  (Wien). Letzterer schickte immerhin einen Zeugenanwalt namens Tobias Glienke (Kanzlei Hoenig, Berlin) ins Rennen um mitteilen zu lassen, dass er ohne Angabe von Gründen nicht erscheinen werde. Herr Glienke nahm dann als Prozessbeobachter an der Verhandlung teil.

Frank Babenhauserheide blieb nun als einziger Hauptbelastungszeuge übrig, da der Wiener Strohmann Helmut Steffel es ja wohlweißlich (?) vorzog, gar nicht erst zu erscheinen. Babenhauserheide kam aber nicht etwa alleine, sondern wurde vom Verkehrsanwalt Hasenbäumer sowie seinem ehemaligen Strohmann, Holger Brandes, begleitet. Nachdem alle Zeugen belehrt wurden und den Sitzungssaal verlassen hatten wurde ich vernommen und schilderte detailliert, was sich in dem Abzocknetzwerk vor rund 4 Jahren zugetragen hat. Nachdem weder der Staatsanwalt noch Schöffen oder Richterin Fragen an mich hatten wurde der erste Zeuge geladen: Frank Babenhauserheide.

Herr Babenhauserheide wirkte äusserst nervös und nicht ansatzweise so souverän und selbstsicher, wie er damals in seinem Firmengeflecht auftrat. Ob ihm die Anwesenheit des Prozessbeobachters Glienke unangenehm war darf vermutet werden, denn man könnte zu dem Schluß kommen, dass dieser für die Wiener Hintermänner den Prozess und die Aussagen des Babenhauserheide kontrollieren würde.

Babenhauserheide wurde nun dazu befragt ob er etwas mit der L&H GmbH zu tun gehabt habe. In  sämtlichen Schriftsätzen des Zivilverfahrens als auch in seiner polizeilichen Vernehmung hatte er dies stets verneint - um nun einzuräumen, dass er die Gründung der L&H GmbH in die Wege geleitet habe. Seine anfangs äusserst schwammigen Aussagen ("könnte sein", "eigentlich schon", "Jein", "wäre möglich", "eventuell" prägten langsam aber sicher ein deutliches Bild für die anklagende Staatsanwaltschaft und auch die Schöffen und Richterin, die ihm dann die wichtigste Frage stellte:

"Herr Babenhauserheide! Hatten auch Sie Zugriff auf die Konten der L&H GmbH?"

Die Frage war daher für mich wichtig, da die Gegenseite in der Strafanzeige gegen mich behauptete, die zahlreichen Abbuchungen der Provisionen seien erst später durch Treugeber der L&H GmbH, Strohmann Steffel, aufgefallen und daraufhin zur Anzeige gebracht worden. Rund ein Vierteljahr nach der letzten Abbuchung allerdings erst (am Tag, als ich im Blog das Akte-Interview ankündigte).

"Es kann gut möglich sein, dass ich ebenfalls die Zugangsdaten zu den L&H-Konten hatte."

antwortete Babenhauserheide schließlich sehr zum Erstaunen aller anwesenden Verfahrensbeteiligten.

"Wenn Sie doch Zugriff auf die Konten hatten, warum haben Sie dann nicht reagiert, als die angeblich zu unrecht durchgeführten Überweisungen erfolgten?"

"Ich habe meinen Auftraggebern aus Wien mitgeteilt, dass ich mich drum kümmern werde".

Die Richterin bat dann darum, nicht ständig nur über Orte (Wien...) zu sprechen, sondern stattdessen über Namen. Den Namen Fritzmann umging Herr Babenhauserheide nämlich derart deutlich, dass es fast schon peinlich wirkte. Sichtbar unwohl beantwortete er nun auch Fragen zu der von mir angebrachten Tatsache, Babenhauserheide habe mir gesagt, ich solle doch die mir zustehenden Provisionen vom Konto ziehen und gab dies in einem Nebensatz zu, um sich direkt darauf zu verbessern: "das habe ich so aber nicht gesagt!" - "Doch, das haben Sie gerade so gesagt, Herr Babenhauserheide!" antworteten Schöffen, Richterin und selbst der Staatsanwalt.

Mein Anwalt, Benedikt Klas, fragte Herrn Babenhauserheide nun, welche Funktion Frau Carolin S. in seinem Firmengeflecht gehabt habe und wie er die damalige Zusammenarbeit einschätzen würde.

"Mit Frau S. habe ich sehr vertrauenvoll zusammengearbeitet. Sie leitete nicht nur eine Abteilung in meinem Unternehmen, sondern war auch so etwas wie meine Sekretärin"."

"Keine weiteren Fragen, Herr Babenhauserheide. Bitte halten Sie sich für weitere Fragen zur Verfügung, Sie sind hier noch nicht entlassen. Vielleicht benötigen wir Sie gleich noch einmal."

Nun wollte man die von uns geladene Zeugin Carolin S. hören. Diese bestätigte, dass ich ihr nach der mündlich getroffenen Provisionsvereinbarung im Büro des Babenhauserheide von ebendieser erzählt habe und weiterhin, dass Frank Babenhauserheide -entgegen seiner eigenen Schilderung in der Vorzeit, mit der L&H GmbH nichts zu tun gehabt zu haben- der Strippenzieher im Firmengeflecht in Vlotho war und für alle Dinge dort alleinig die Entscheidungen traf. Weiterhin bestätigte Sie, dass sowohl die Firmengründung (Notartermin der L&H GmbH, Kontoeröffnungen, etc.) von ihm alleine beauftragt wurden.

Nach dieser Bestätigung meiner zuvor ausgeführten Beobachtungen wurde die Zeugin S. aus dem Zeugenstand entlassen. Eine weitere Vernehmung des Babenhauserheide schien nicht mehr nötig zu sein.

Es folgte eine kurze Verhandlungsunterbrechung. Staatsanwaltschaft, Schöffen und Richterin hatten offenbar genug gehört und so bot man uns die Einstellung des Verfahrens ohne Auflagen an. Nach kurzer Rücksprache mit meinem Rechtsanwalt stimmte ich der Einstellung des Strafverfahrens ohne Auflagen zu. Der Beschluss ist rechtskräftig, eine Revision oder Beschwerde gegen den Beschluss ist nicht zulässig.

Ich persönlich finde es sehr schade, dass unsere weiteren Zeugen gar nicht erst angehört werden mussten. Es handelte sich neben zwei Ermittlern vom Landeskriminalamt Niedersachsen, einen Oberstaatsanwalt aus Hannover, einen Oberstaatsanwalt aus Detmold auch um Adrian Fuchs (abzocknews.de).

Warum der vermeintlich Geschädigte, Strohmann Helmut Steffel, trotz ordnungsgemäßer Ladung nicht zum Prozess erschien kann indes nur vermutet werden.

Die Vorsitzende Richterin des Schöffengerichts äusserte dazu nur: "Der wird schon wissen, warum er nicht nach Deutschland kommt. Die Staatsanwaltschaft hätte sich auf ihn jedenfalls gefreut."...

Mein Fazit:
Der frei erfundene Unterschlagungsvorwurf , der in den Raum geworfen wurde, um mich unglaubwürdig und mundtot zu machen, wurde vom Schöffengericht mit dem Einstellungsbeschluss ohne Auflagen quittiert. Fakt ist ebenfalls, dass die vermeintlichen Geschädigten aus Wien nicht vor Gericht erschienen und sich Herr Babenhauserheide als Hauptbelastungszeuge um Kopf und Kragen geredet hat.

P.S.:
Rechtsanwalt Andreas Neuber, der ja bereits im Juni diesen Jahres vollmundig von einem "Showdown" sprach und ankündigte, ebenfalls "nicht nur als Zeuge" zu erscheinen erschien ebensowenig wie jene kriminellen Subjekte, die in einem Schmähblog zuvor noch großkotzig äusserten:

"Was die Realität angeht, das werden wir ja am 17.12. sehen, ich werde da sein und genau lauschen und auch berichten. Denn die Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, was mit Frickemeier los ist. Eins ist mal klar, für den Fall das der einwandert hab ich schon eine Flasche Whiskey gebunkert, Kostenpunkt 900,00 Euro. Die Köpfe ich dann mit allen lieben Bekannten.
Ansonsten bleibt mir nur zu sagen:

Advent, Advent, der Kittel brennt:)"
Muss nun tatsächlich noch erwähnt werden, dass der/die Verfasser solchen Blödsinns natürlich nicht zur Verhandung erschienen? Ein lichtscheues Gesindel, welches anonym agiert habe ich stets belächelt. Heute einmal mehr.

Update vom 20.12.2013: der Beschluss des Schöffengericht Herford liegt mittlerweile vor und sei hiermit der Form halber nachgereicht:


Samstag, 14. Dezember 2013

In eigener Sache: Terminhinweis L&H GmbH ./. Frickemeier

Endlich ist es soweit: am Dienstag der kommenden Woche findet endlich der langerwartete Prozess wegen der (vermeintlichen) Unterschlagung von 75.000 Euro statt, der meiner Frau und mir von dem kriminellen Netzwerk des Frank Babenhauserheide unterstellt wurde um mich mundtot und unglaubwürdig zu machen.

Der zunächst für den 04.06.2013 angesetzte Prozesstermin wurde aufgehoben, da unsererseits noch Zeugen geladen werden sollten. Unserer Zeugenliste wurde vollumfänglich stattgegeben und daraufhin der Prozess neu terminiert auf

Dienstag, den 17. Dezember 2013, 09.00 Uhr, Amtsgericht Herford, Saal 309
Die klagende L & H GmbH wird übrigens diesmal von dem allseits bekannten Rechtsanwalt Andreas Neuber (Krefeld) vertreten. Dieser hatte ja quasi bei dem kriminellen Netzwerk darum gebettelt, endlich ein Mandat gegen mich zu erhalten. Und nachdem sich Rechtsanwalt Ralf Hasenbäumer ja nicht nur einmal vor Gericht gegen mich blamiert hat dürfte dieser nun vorsorglich aus dem Rennen genommen worden sein.

Über den Prozess an sich und den Ausgang des Verfahrens werde ich selbstverständlich hier im Blog berichten.

Samstag, 9. November 2013

Anklageerhebung gegen Babenhauserheide, Fritzmann & Co: es ist angerichtet!

Herford/Hannover.  In einem der größten deutschen Ermittlungsverfahren gegen Abofallen im Internet hat die Staatsanwaltschaft Hannover nach Informationen der Neuen Westfälischen Anklage erhoben. Eine der zentralen Personen in dem Geflecht kommt aus dem Kreis Herford. Es ist ein Geschäftsmann aus Vlotho, der in der Vergangenheit seine Aktivitäten auch von Herford aus voranbetrieb.

Quelle & vollständiger Artikel: frickemeier.eu

Samstag, 12. Oktober 2013

Sweed-Prozess: dem Richter platzt der Kragen

Wie OVB online aktuell berichtet scheint dem Vorsitzenden Richter des Landgerichts München im “Sweed-Prozess“, Thomas Denz, langsam aber sicher der Kragen zu platzen.

Quelle & vollständiger Artikel: frickemeier.eu

Sweed-Prozess: Abdullah Saleh gesteht - und wusste von nichts

Ein 36-jähriger Kaufmann aus Grünwald steht wegen Schmuggels und des Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz vor dem Münchner Landgericht – und gesteht


München - Offiziell produziert seine Firma „Digitale Welten“ in Grünwald Computerspiele im Internet. Doch in Wirklichkeit vertreibt Abdullah S. (36) die Kräuterdroge „Legal Highs“ nach England und Italien – bis zu seiner Festnahme Ende 2011.

Nach sechs Monaten kann ihn sein Strafverteidiger Peter Pospisil aus der U-Haft holen. Die Rechtslage ist noch nicht eindeutig geklärt, ob „Legal Highs“ überhaupt als illegale Droge eingestuft werden kann. Denn das Mittel wird auch zur Herstellung von Medikamenten verwendet. In Brüssel diskutiert derzeit die EU über geeignete Maßnahmen, um die Verbreitung von Designer-Drogen aus Asien gesetzlich zu verbieten.

„Ich habe ,Legal Highs’ auch probiert. Man bleibt lange wach und ist sexuell stimuliert. Ich wusste nicht, dass es eine Droge ist“, sagt Abdullah S. gestern vor dem Münchner Landgericht.

Quelle & vollständiger Artikel: Abendzeitung München

Freitag, 11. Oktober 2013

Prozessauftakt gegen Frank Babenhauserheide

Kreis Herford/München. Die Bezeichnungen waren phantasievoll: Als Badesalz oder Kräutermischungen wurden die Stoffe offiziell angeboten. Tatsächlich handelte es sich um Substanzen, die teils die selbe Wirkung wie Drogen haben. “Legal Highs” werden die Stoffe genannt, vor deren schweren gesundheitlichen Folgen Suchtexperten, Drogenfahnder und sogar die Vereinten Nationen warnen und die jetzt einen Vlothoer auf die Anklagebank des Amtsgericht München bringen.

Am 14. November muss sich der Vlothoer Geschäftsmann “wegen fahrlässigen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz verantworten”, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft München I auf Anfrage der Neuen Westfälischen erklärte. Hintergrund ist ein florierender Handel mit den als Kräuterdrogen bezeichneten Substanzen, bei denen der Kreis Herford als eine Vertriebszentrale fungierte.

Während sich der Vlothoer vor dem Strafrichter des Amtsgerichts verantworten soll -und in einem solchen Fall wohl nur eine geringe Strafe befürchten müsste-, steht sein ehemaliger Geschäftspartner (36) wegen gewerbsmäßigen Schmuggels und Verstoßes gegen das Arzneimittelrecht vor dem Landgericht München I.

Der 36-jährige Mann aus Grünwald bei München soll die Ursprungssubstanzen gleich kiloweise aus China eingeführt haben, so die Anklage. 67 Fälle listet sie auf, in denen zwischen Frühjahr und Herbst 2011 mehr als 200 Kilo nach Deutschland gelangten. Teilweise enthielten die Pakete sogenannte Drogenersatzstoffe, die unter das Betäubungsmittelgesetz fielen. In anderen Fällen lösten die Substanzen zwar einen Rausch aus – die Inhaltsstoffe waren aber nicht verboten.

Getarnt wurden die Importe unter anderem als Rostschutzmittel. Ihr Wert wurde gegenüber dem Zoll mit 5 bis 10 Dollar je Kilo angegeben, wobei der tatsächliche Wert laut Anklage auf 1.300 Euro beziffert wurde.
Die Münchener Drogen sollen dann nach Vlotho geschafft worden sein. Hier wurden sie mit kleinen Waagen grammweise portioniert  und dann verpackt – teilweise sollen sie auch von dort verschickt worden sein.

Die Staatsanwaltschaft München I, die gegen den Vlothoer zunächst einen Strafbefehl beantragt hatte, geht davon aus, dass er bei genauerem Hinsehen hätte erkennen müssen, mit welchen Substanzen er es tatsächlich zu tun hatte. Ein Hinweis des schwedischen Zolls, der eines der Pakete aus China abfing und den Inhalt analysieren ließ, brachte die Ermittler der Zollfahndung Nürnberg auf die Spur der Kräuterdrogen. Die Ermittler gingen damals davon aus, dass sogar 350 Kilogramm der Kräutermischungen und Badesalze umgesetzt wurden, die einen Wert von hochgerechnet zehn Millionen Euro haben.

Die Ermittler durchsuchten in München, Herford und Deggendorf zehn Firmen- und Privatgebäude, nahmen
drei Männer und zwei Frauen im Alter von 31 bis 48 Jahren fest. Gegen vier Personen -darunter der jetzt vor Gericht stehende Münchner Geschäftsmann- wurden damals Haftbefehle erlassen, Wochen später aber wieder außer Vollzug gesetzt.

Bei der Durchsuchung in Vlotho stießen die Zollbeamten auf rund 25 Kilogramm der gefährlichen Substanzen. Der Vlothoer war festgenommen, befragt und dann wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Der aktuelle Prozess gegen seinen Geschäftspartner vor dem Landgericht München I war zunächst auf drei Verhandlungstage angesetzt worden, wurde nun aber um zwei weitere Tage verlängert. Das Urteil wird am 10. Oktober erwartet.
Im Prozess gegen seinen ehemaligen Vlothoer Geschäftsmann müsste der 36-jährige dann wohl aussagen.
Was die Substanzen so gefährlich macht
Vor den neuartigen Designerdrogen, die als Kräutermischungen, Badesalz oder gar als Aquarienreiniger angeboten werden, geht eine unkalkulierte gesundheitliche Gefahr aus. Der Drogenüberwachungsrat der Vereinten Nationen hatte erst im März vor den Designerdrogen gewarnt (die NW berichtete).
Die in südamerikanischen, osteuropäischen oder chinesischen Laboren zusammengemixten Substanzen können neben der drogentypischen Abhängigkeit Herzrasen oder Panikattacken aber auch Spätfolgen auslösen. Ärzte, Suchtberater und Polizisten warnen vor dem Konsum der meist über das Internet vertriebenen Päckchen.
Die “Räucher- und Kräutermischungen” enthalten neben pflanzlichen Stoffen hauptsächlich synthetische Cannabinoide und sollen nach der Inhalation einen Rauschzustand ähnlich wie beim Cannabis erzeugen, so die bisherigen Erfahrungen.
Die “Badesalze” bestehen vorwiegend aus synthetischen amphetaminähnlichen Stoffen und wirken daher als Aufputschmittel. Der Name “Legal Highs” suggeriert, dass die Substanzen legal sind. Tatsächlich handelt es sich oft um Drogensubstanzen, bei denen chemisch nur einzelne Komponenten ausgetauscht werden. Das macht die Stoffe für die Ermittler und Justiz schwer zu fassen.
Quelle: Neue Westfälische Zeitung Ausgabe vom 5./6.10.2013