Donnerstag, 14. Juli 2011

Firstload: mit erschlichenen Daten Gelder von vermeintlichen "Kunden" abgebucht?

Ein Web-Dienst buchte 99,60 Euro von den Konten mehrerer Bürger in Meißen und Weinböhla ab. Die kennen das Unternehmen aber gar nicht.

Steffen N. (Name von der Redaktion geändert) erlebte beim Durchsehen seiner Kontoauszüge eine böse Überraschung. Mit Lastschrift-Einzug hatte ein Internet-Dienstleister namens Firstload 99,60 Euro von seinem Konto abgebucht. Das Unternehmen war ihm völlig unbekannt. Nie hatte er eigenen Angaben zufolge einen Vertrag mit ihm abgeschlossen, nie einen Brief oder eine E-Mail von der Firma erhalten.

Wenige Tage später meldete ein zweiter Leser aus Weinböhla der Sächsischen Zeitung einen ähnlichen Fall.

Bei der Sparkasse Meißen ist Pressesprecher Ralf Krumbiegel das Unternehmen Firstload bekannt, „auch in Verbindung mit derartigen betrügerischen Handlungen“, so der Sprecher gestern auf SZ-Nachfrage.

Konto kontrollieren

Er rät allen Kunden, vorsorglich regelmäßig ihr Konto zu kontrollieren. Mindestens sollte das aller sechs Wochen passieren. Denn nur innerhalb dieses Zeitraumes können Lastschriften zurückgebucht werden. Das könne unproblematisch in einer der Geschäftsstellen der Bank erledigt werden oder über das Online-Banking.

Für den betroffenen Kontoinhaber entstünden dadurch keine Kosten. Diese müsste vielmehr Firstload übernehmen.

Sachsens Verbraucherschützern in Leipzig ist Firstload ebenfalls ein Begriff. Nicht immer lasse sich beurteilen, ob die Geschädigten die Internetseite von Firstload tatsächlich besucht hätten. Der Verbraucherzentrale in Leipzig seien Fälle bekannt, wo es nahe liege, dass die Rechnung geschickt wurde, ohne dass der Verbraucher die Firstload-Seiten genutzt habe.

Verbraucherschützerin Katja Henschel rät, sich in jedem Fall gegen eine solche Rechnung zu wehren oder Lastschriften zurück zu fordern. „Wir empfehlen, die Rechnungen von Firstload nicht zu bezahlen und ein entsprechendes Schreiben an den Anbieter zu versenden. Dazu gebe es einen Musterbrief auf der Internetseite der Verbraucherschützer (www.verbraucherzentrale-sachsen.de).

Adressen erschlichen

Steffen N. aus Meißen ist den Hinweisen von Sparkasse und Verbraucherschützern unterdessen gefolgt und hat sein Geld mittlerweile zurückerhalten. Ungeklärt bleibt für ihn allerdings, wie Firstload an seine Konto- und Adressdaten gelangen konnte.

Der Finanznachrichtendienst Gomopa beschäftigt sich bereits längere Zeit intensiv mit den Praktiken des Internet-Dienstleisters Firstload und verwandter Firmen. Recherchen von Gomopa zufolge nutzen Portale wie Firstload verschiedene Strategien, um Konto- und Adressdaten zu sammeln. So würden Nutzer mit kostenlosen Angeboten auf Internet-Seiten gelockt, um ihre Daten abzugreifen. Später würden die Seiten plötzlich kostenpflichtig. Die Nutzer zeigten sich verwirrt, ein Teil überweise Geld in dem guten Glauben, etwas übersehen zu haben.

Mit Anzeigen bei der Polizei scheint Firstload nicht beizukommen sein. Das Unternehmen gibt im Impressum als Firmensitz die Vereinigten Arabischen Emirate an. Auch die SZ erhielt auf ihre Nachfragen zu Lastschrift-Abbuchungen in Meißen und Umgebung keine Antwort. (Peter Anderson)

Quelle: Sächsische Zeitung

Kommentare:

  1. Layout ohne Preishinweis:
    h**ps://www.firstload.de?layout=14

    Layout mit Preishinweis:
    h**ps://www.firstload.de?layout=13

    ------------------------------------------

    Es stellt sich die Frage, wie wirksam Gerichtsurteile gegen Abofallensteller sind, wenn im Anschluss (laut Impressum) die Anbieterfirma wechselt und weitergemacht wird.

    Anscheinend wegen simsen.de und firstload.de gab es folgendes Gerichtsurteil:

    "Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg 5. Zivilsenat, Urteil vom 08.04.2009, 5 U 13/08

    § 5 UWG
    ...
    I. Den Beklagten zu 1) – 3) wird...
    verboten, im Wettbewerb handelnd,
    1…
    2. im Internet die kostenpflichtige
    Zugangsvermittlung zum Usenet wie im
    Anlagenkonvolut II. geschehen zu bewerben
    und/oder bewerben zu lassen.
    ...
    Die Beklagte zu 1) ist ein in den Arabischen Emiraten ansässiges Unternehmen mit einer Zweigniederlassung in Wien; der Beklagte zu 2) ist ausweislich des beigefügten Auszugs aus dem Firmenbuch der Justiz der Republik Österreich (Anl. K 1) der Geschäftsführer der Beklagten zu 1) und der Beklagte zu 3) ist der ständige Vertreter des Beklagten zu 2).
    ...
    Zwar ist das TMG auch auf das Angebot der
    Beklagten anwendbar, die unter ihrer Homepage
    firstload.de die Vermittlung zum Usenet offeriert. Sie ist damit Diensteanbieter im Sinne der Vorschrift des § 3 Abs. 2 TMG"

    Quelle:
    http://www.landesrecht.hamburg.de/jportal/portal/page/bshaprod.psml;jsessionid=?showdoccase=1&doc.id=KORE507182009&st=ent

    Ein älterer Bericht (1.2.2008) der Wettbewerbszentrale:

    "www.simsen.de
    www.firstload.de
    ...
    Weiterhin wurde beim Landgericht Hamburg Klage erhoben."

    Quelle:
    http://www.wettbewerbszentrale.de/media/getlivedoc.aspx?id=28220

    Datum Urteil OLG Hamburg, 5 U 13/08: 08.04.2009
    Datum des u.a. Artikels über den Betreiberwechsel bei Firstload.de: 12.7.2009
    "Fast unbemerkt hat sich bei dem Portal
    Firstload eine Änderung ergeben. Wer sich beim
    Surfen einmal die Mühe macht und das Impressum
    ansieht, dem fällt sofort das ungewohnte Logo
    und mit der neuen Firmenbezeichnung ins Auge.
    Als Betreiber von Firstload wird inzwischen die
    Firma Usepro FZE angegeben."

    Quelle:
    http://www.abzocknews.de/2009/07/12/betreiberwechsel-bei-firstload/

    Gegen die neuen Betreiber ist das Urteil ja nicht gefällt worden.

    Das portugisische "Firstload Care Center" hat laut Impressum
    h**p://firstload.de/impressum.php
    eine österreichische Telefonnummer...

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  2. Herr Frickemeier zitiert GOMOPA ? Das ist ja wirklich ein Ding. Na So Was

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  3. Weitere Anmeldeseite für Affiliate-Werbelinks ohne Preishinweis:
    http://firstload.de/affiliate/log.php?

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