Mittwoch, 2. November 2011

Hauptverhandlung wegen Betreibens von "Abofallen" vor dem LG Hamburg

Am Montag, dem 31. Oktober beginnt um 9.30 Uhr vor der Großen Strafkammer 8 des Landgerichts Hamburg im Saal 300 des Strafjustizgebäudes, Sievekingplatz 3, 20355 Hamburg, die Hauptverhandlung gegen acht Angeklagte die sich wegen u.a. gewerbs- und bandenmäßigen Betruges bzw. Beihilfe zum Betrug im Zusammenhang mit sog. Abofallen im Internet verantworten müssen.

Die Staatsanwaltschaft legt den sieben Männern und einer Frau zur Last, in der Zeit von Juli 2007 bis Februar 2010 mit unterschiedlichen Unternehmen u.a. sog. „Downloadportale“ im Internet betrieben zu haben, auf denen vermeintlich kostenlos Software bekannter Hersteller zum Download angeboten wurde. Hierbei sollen sie eine Vielzahl von Nutzern, die nach einer kostenlosen Downloadmöglichkeit suchten, auf ihre Webseiten geleitet haben, wo diese im Rahmen einer „Anmeldung“ oder „Registrierung“ ihre persönlichen Daten hinterließen. Nach der Anmeldung auf der vermeintlich kostenlosen Webseite der Angeklagten erhielten die Nutzer regelmäßig eine E-Mail, in welcher nunmehr der kostenpflichtige Abschluss eines 12-monatigen „Abo-Vertrages“ bestätigt wurde. In der jeweiligen Bestätigungsemail soll zu diesem Zweck eine Webseite angegeben worden sein, auf der die Anmeldung angeblich erfolgt sein sollte, und auf der - im Unterschied zu der ursprünglichen Webseite – ein Kostenhinweis deutlich erkennbar vorhanden war. Um die Zahlungsquote zu erhöhen, soll der angeklagte Rechtsanwalt Sch. „Anwaltliche Zahlungsaufforderungen“ versandt haben. Durch diese Kostenfalle sollen 68.852 Nutzer zur Zahlung verleitet worden sein. Insgesamt soll durch die Taten ein Vermögensschaden von über 5,3 Millionen Euro verursacht worden. Die Staatsanwaltschaft konnte im Rahmen ihrer Ermittlungen einen Betrag von 1,3 Millionen Euro sicherstellen.

Quelle & vollständige Pressemitteilung:  Hambuger Justiz

Kommentare:

  1. Und trotzdem geht die Abofallen-Abzocke weiter. Zur Zeit herrscht massive Burat-Verseuchung über marken-outlet.de auf Yahoo. Hennig/Rosenke verseuchen mit dem Download von opern-office.

    Richtig gefährlch ist mit update-pc.net ein neuer, bzw. kriegt der exklusiv den Flash-Player-Download zugewiesen, weil die Jungs - na ja, irgendwie gehören sie doch alle zueinander - noch in der Experimentierphase sind.

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  2. Aber aber einer der Angeklagte erschienen war, ist der Prozessbeginn erst heute.
    Auch RTL hat schon drüber berichtet:
    http://gegen-abzocke.blogspot.com/2011/10/rtl-nachtjournal-abofallen-betreiber.html

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  3. Könnte dieser Fall sein, die Anfangsbuchstaben und der Ort passen:
    http://www.verbraucherschutz.tv/2009/04/11/99downloadsde
    (Belleros)

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  4. Na ja, immerhin....fast 3 Jahre nachdem die Bande aktiv geworden ist. Aber besser spät als nie. Mal gucken, was der Burat noch kassieren wird.

    Was ist eigentlich aus den Ermittlungen gegen Megadownloads.net geworden? Dort ist doch nach Deinen Berichten nach einer ganz ähnlichen Masche verfahren worden.

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  5. Hat denn Megadownloads auch mit Registrierungsseiten ohne Preishinweis operiert. Ansonsten wäre der Fall Megadwonloads und Burat anders gelagert.

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  6. "Hat denn Megadownloads auch mit Registrierungsseiten ohne Preishinweis operiert."

    In der o.g. Pressemitteilung der Hambuger Justiz steht doch nicht, dass mit Registrierungsseiten ohne Preishinweis operiert wurde.

    Zitat daraus:
    "In der jeweiligen Bestätigungsemail soll zu diesem Zweck eine Webseite angegeben worden sein, auf der die Anmeldung angeblich erfolgt sein sollte, und auf der - im Unterschied zu der ursprünglichen Webseite – ein Kostenhinweis deutlich erkennbar vorhanden war. "

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  7. Und wo ist der Unterschied, wenn per Google auf eine Seite ohne Kostenausweis gelockt wird, die Bestätigungsmail aber auf eine andere Webseite mit Preishinweis verlinkt?

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  8. Ich vermute, dass mit der Pressemitteilung eher z.B. folgendes gemeint ist:

    Startseite, nicht beworben (Preishinweis deutlich):
    http://www.computerbild.de/internet-abzocke/online-downloaden.de

    Eine der vielen Anmeldeseiten, die wahrscheinlich bei Google beworben wurden (Preishinweis nicht deutlich):
    http://www.computerbild.de/internet-abzocke/turboloads.de

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  9. Es wird keine Verurteilung geben!!! Preise und Content waren immer im Sichtfeld. Der Anbieter hat lediglich eine Plattform gegeben auf der viele interessante Downloads angeboten wurden. Strafbar sind andere Sachen über die Ihr leider nicht berichtet weil die sicher ne Nummer zu groß sind. Keinesfalls möchte ich das Modell beschönigen aber ein Gesetz gibt es nicht was dieses verbietet. Firstload ist da schon eher angreifbar doch ausser eurer Sicht.

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  10. "Es wird keine Verurteilung geben!!!

    Da wäre ich mir nicht so sicher.

    "Preise und Content waren immer im Sichtfeld."

    Content falsch beschrieben (s.u., z.B. "OpenOffice"),
    Preis undeutlich: schwacher Kontrast (mittelgrau auf hellgrauem Hintergrund, für ältere Leute daher u.U. optisch nicht lesbar - während unwichtigere Informationen zur Ablenkung farblich und durch Fettdruck hervorgehoben sind, Preis unter einer harmlos wirkenden Überschrift "Informationen", optisch vom Anmeldeformular separiert, inhaltlich kein direkter Bezug zum Button "Anmeldung & Download", Gesamtüberschrift (Freeware-Programm, z.B. "Skype", "OpenOffice") suggeriert Kostenlosigkeit! Beispiele

    "Der Anbieter hat lediglich eine Plattform gegeben auf der viele interessante Downloads angeboten wurden."

    Das geht aus der Gesamtüberschrift (einzelnes Freeware-Programm, z.B. "OpenOffice") nicht hervor.

    "Strafbar sind andere Sachen über die Ihr leider nicht berichtet weil die sicher ne Nummer zu groß sind."

    Ablenkung!

    "Keinesfalls möchte ich das Modell beschönigen"

    Ich habe aber schon den Eindruck.

    "ein Gesetz gibt es nicht was dieses verbietet"

    Wie wäre es mit §263 StGB (5)?

    Gelogen war aus meiner Sicht die in den Mahnungen angegebene Internetadresse. Auf dieser Seite mit deutlicherer Preisangabe waren die User bei der Anmeldung nicht, weil die Werbung auf Google, Vertipperdomains usw. anscheinend nicht dorthin verlinkte. Durch diese Lüge sollte aus meiner Sicht zivilrechtliche Zahlungspflicht suggeriert werden.

    "Firstload ist da schon eher angreifbar doch ausser eurer Sicht."

    Ablenkung und falsch, siehe:

    http://inside-megadownloads.blogspot.com/search/label/Firstload

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  11. Schriftverkehr mit Täuschung bzgl. der Internetadresse laut einem Forenbeitrag:

    "vielen Dank für Ihre Nachricht an den Kundensupport von Online-Downloaden.de -
    Ihrem Premium-Downloadportal im Internet.
    Leider muss ich Ihre Einwendung zurückweisen.
    ...
    Ihre Anmeldung auf www.online-downloaden.de, bei der Sie auch unsere Allgemeinen
    Geschäftsbedingungen sowie den Erhalt der Informationen zum Widerruf bestätigt
    haben...
    ...
    Mit freundlichen Grüßen
    Michael B***
    Geschäftsführer"

    Quelle:
    http://forum.computerbild.de/internet-abzocke/abzocke-online-downloaden-de-526981-post58.html

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  12. Verändertes Zitat (mit Verbesserungen):

    "vielen Dank für Ihre Nachricht (oder auch nicht) an den Kundensupport von Online-Downloaden.de -
    ...
    Ihre Anmeldung auf www.skkype.de
    ...
    Kosten unserer Dienstleistung
    informiert und es wurden ihnen diese undeutlich direkt (via ganzseitigem Frame) auf einer Seite der Anmeldung angezeigt
    ...
    Mit freundlichen Grüßen
    Michael B***
    Gabelstaplerfahrer

    Quelle (Original):
    http://forum.computerbild.de/internet-abzocke/abzocke-online-downloaden-de-526981-post58.html

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  13. "Der für Windows 8 angekündigte Windows Store könnte Schluss machen mit Abofallen und sonstigen Tricksereien rund um den Download kostenloser Software – und die Softwareinstallation unter Windows endlich so bequem machen.

    Man muss Microsoft auch mal loben: Dass jetzt endlich ein App Store für Windows kommen soll, ist eine gute Sache. In der Linux-Welt ist eine zentrale Installationsquelle für neue Programme schon lange selbstverständlich: Da sucht man Software nicht in irgendwelchen Download-Verzeichnissen zusammen, sondern installiert sie einfach aus dem Programmarchiv der Linux-Distribution. Damit hat man auch gleich die Gewähr, dass das Programm funktioniert und nichts im System durcheinanderbringt – und man läuft gar nicht erst Gefahr, dass einen die Google-Suche nach "OpenOffice" in eine Abofalle führt."

    Quelle:
    http://www.heise.de/open/artikel/Die-Woche-Zum-Erfolg-verdammt-1392867.html

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  14. "Abzocke mit Abofallen - Anklage will Haftstrafen"

    Quelle:
    http://www.neuepresse.de/Nachrichten/Magazin/Uebersicht/Abzocke-mit-Abofallen-Anklage-will-Haftstrafen

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