Freitag, 21. Oktober 2011

Die seltsamen Urteile der Abzockbranche

So manch ein unbeleckter Laie mag sich gewundert und Fachleute gestaunt haben, dass a) Urteile pro Abzocke und b) wie viele davon gefällt werden. Nahezu im Wochenrhythmus werden uns neue Urteile aus der Abzockbranche präsentiert. 

Das Drohpotenzial eines der Abzockrechnung und -mahnung in Kopie beigefügten aktuellen Urteils pro Abzocke scheint nahezu genauso groß zu sein, wie wenn ein Anwalt das Mahninkasso durchführt. 

Nachdem die für die Abzockbranche tätigen Inkassoanwälte ihre Tätigkeit beendet haben, war es für die Branche unheimlich wichtig, die vormalige anwaltliche Drohkulisse durch beigefügte Kopien aktueller Urteile zu kompensieren. Auch damals schien es wichtig zu sein, Urteile – wenn auch nicht immer passend – den Inkassorechnungen – und mahnungen in Kopie beizufügen.
Das erklärt unter anderem, warum die vormals tätigen Inkassoanwälte nicht auch mal versucht haben, ein Urteil zu ihren Gunsten herbeizuführen, was für ihre Eigenschaft als zugelassene Rechtsanwälte ja naheliegend gewesen wäre.

Es gibt durchaus auffällige Gemeinsamkeiten der vorliegenden Urteile Pro Abzocke, die auf www.rupodo.de mal gegenüber gestellt worden sind:


Prinzipiell muss dazu gesagt werden, dass es sich ausschließlich um Zivilurteile handelt und ein Zivilgericht ausschließlich nach Sachvortrag urteilt. Wenn Kläger und Beklagter sich vorher einig sind, dann kann ein Richter noch so viel Zweifel haben, er kann, er darf und er muss nicht anders urteilen, als es ihm vorgetragen wurde. Die folgende Begründung seines Urteils entnimmt er dem Schriftsatz der obsiegenden Partei, die entsprechende Begründungen schon vorbereitend eingefügt hat. So sind u.a. die vielen auffälligen Gemeinsamkeiten zu erklären.

So manch ein Laie wundert sich und so manch ein Fachmann staunt, dass weder im Vorfeld, noch im Nachgang eines solchen Prozesses irgendetwas von der Gegenpartei zu hören war. Bei sicherlich inzwischen 50 Urteilen Pro Abzocke und dem Vorhandensein so vieler Blogs/Foren und Portale Anti Abzocke erscheint das schon sehr merkwürdig, weshalb starke Zweifel an der Authentizität dieser Urteile aufgetreten sind. 

Auch hier ist den Abzockern und ihrer „Organe“ sehr daran gelegen, diese Authentizität zu verifizieren, schließlich erwarten wir ja täglich den Versand der 800.000 Mahnungen von der Deutschen Zentral Inkasso GmbH und wie man hört, hat der Frankfurter Kreisel und weitere abzockende Kreise ihre Rechnungen in diesem Jahr auch nur sehr zurückhaltend herausgebracht.

Nur um vor Augen zu führen, welche Mengen wir erwarten: 
  • die 800.000 Inkassorechnungen würden 1 % der Bundesbevölkerung erreichen
  • das Gewicht des Inkassoversands beträgt ca. 16 t, was mit Kleintransportern und „Hundefängern“, wie bisher benutzt nicht mehr zu bewältigen wäre
Interessant im Zusammenhang mit der Verifizierung der Authentizität der Pro Abzocke zustande gekommenen Urteile ist die folgende Konversation, die über 2 Blogs geführt wurde:
Zunächst das „Organ“ der Abzockbranche:


Dann fiel einem „Gutmenschen“ wohl ein logischer Fehler auf:

Und dann die sofortige Korrektur des Fehlers:


..und wieder einmal: Ermittlungsverfahren eingestellt

Wieder einmal erreichte mich Post von der Staatsanwaltschaft Bielefeld - und wieder einmal wurde mir in dem Schreiben mitgeteilt, dass ein Ermittlungsverfahren gegen mich eingestellt wurde. Der Tatvorwurf lautete dieses Mal "Üble Nachrede u.a." und trägt das Aktenzeichen 24 Js 2453/09 und dürfte somit noch aus dem Jahre 2009 stammen.
Es ist wirklich bezeichnend, mit welcher Intensität die Abzocker seit 2009 ihr Law Hunting gegen mich betreiben. Zum Jahresende werde ich mal eine Gesamtaufstellung der mir bekannten und gegen mich eingeleiteten Ermittlungsverfahren fertigen und diese veröffentlichen. Man darf gar nicht darüber nachdenken, mit welchem Blödsinn sich die Gerichte hier zu beschäftigen haben - und die Frage muss einfach erlaubt sein, ob man hierzu nicht jene zur Verantwortung ziehen muss, die diesen Blödsinn bewusst und in konkretem Eigeninteresse initiierten.  

Aequatio und Office OWL (ehemals: Collector) ziehen um

Quelle: Unternehmensregister
Quelle: Unternehmensregister

Ab nach Vlotho: die unter dem ursprünglichen Firmennamen "Collector" zu zweifelhaftem Ruf gekommenen Inkassobutzen des Kalletaler Pferdehändlers Frank Babenhauserheide haben ihren Sitz nun  von Herford nach Vlotho verlegt.

Akte 2011: Die Gewinnspielmafia


Die Gewinnspielabzocker von verbraucherinfoTV

kino.to: Erste Anklage nach Razzia

Nach der Razzia gegen das deutsche Streamingportal kino.to hat die Generalstaatsanwaltschaft Dresden Anfang der Woche beim Landgericht Leipzig Anklage gegen einen mutmaßlichen Verantwortlichen erhoben. Das Gericht müsse sie nun prüfen und zur Verhandlung zulassen, erklärte eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft gegenüber der dpa. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) hatte im April Strafantrag gestellt und damit die Ermittlungen gegen die Hintermänner des populären Portals ins Rollen gebracht.

kino.to versammelte Links zu meist illegalen Kopien aktueller Filme, die als Stream direkt im Browser angeschaut oder heruntergeladen werden konnten. Den mutmaßlichen Hintermännern des Streaming-Portals wird gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzung und die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Betreiber des Internetportals auch für einige File-Hoster verantwortlich sind, auf denen die illegalen Filmkopien abgelegt wurden.

Anfang Juni hatten die Behörden bei Razzien in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden 13 Verdächtige festgenommen, von denen sechs nach Angaben der GVU noch in Haft sitzen. In Deutschland wurden über 20 Wohnungen, Geschäftsräume und Rechenzentren durchsucht. Dabei wurden umfangreiche Datenbestände sichergestellt. Auf Konten in Spanien, die dem Hauptbeschuldigten aus Leipzig zugeordnet werden, waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft rund 2,5 Millionen Euro beschlagnahmt worden. Einige Verdächtige waren wieder auf der Haft entlassen worden, nachdem sie ausgepackt hatten.

Bei dem nun Angeklagten handelt es sich nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Dresden nicht um den Hauptbeschuldigten aus Leipzig. Es gehe um einen "wichtigen Mittäter", sagte eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag der dpa. Dem Mann werde vorgeworfen, in mehr als einer Million Fällen gewerbsmäßig das Urheberrecht verletzt zu haben. Es werde vermutlich auch gegen die anderen fünf Inhaftierten Anklagen geben.

Quelle: heise.de

Dienstag, 18. Oktober 2011

Urteil: KEINE Kontoeröffnung für Abzocker

Eine Sparkasse darf einer Internetfirma ein Girokonto auf Guthabenbasis im Hinblick auf einen drohenden Imageschade versagen. Dies stellte das Verwaltungsgericht Darmstadt am 30.08.2011 in einem Urteil (AZ: 5 K 1554/09.DA) zugunsten der beklagten Sparkasse fest. Geklagt hatte, von Bloggern liebevoll "Stacheldrahtkönig" genannte, Abzocker Michael Burat für sein Unternehmen RA Office GmbH. Das ist eine Kontoklatsche der besonderen Art, denn es gab ja weder ein Konto noch eine Geschäftsbeziehung mit dem Kreditinstitut. Da half auch das vor Gericht vorgetragene Bestreiten nicht, "dass es eine „Abofallen-Szene“ gebe, geschweige denn die Geschäftsführer beziehungsweise der Prokurist der Klägerin dieser zuzuordnen seien." 

Quelle & vollständiger Artikel: Antiabzockenet 

Nun - dieses Urteil relativiert die Ergüsse eines bloggenden Krefelder Rechtsanwaltes, der einfach nicht müde wird, meiner bescheidenen Meinung nach Bullshit in die Welt zu setzen um endlich einen weitere Türe in der Branche aufzuschlagen, doch erheblich.

Sonntag, 16. Oktober 2011

Schwere Zeiten für unseriöse Inkassounternehmen

Für unseriöse Inkassobutzen werden demnächst wohl schwere Zeiten anbrechen und den Einzug von unberechtigten sowie betrügerischen Forderungen unterbinden oder zumindest erschweren. Der Bundesrat hat beschlossen, dasss das Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) vom 12. Dezember 2007 geändert wird. Ein zusätzlicher § 15a wird in das RDG eingefügt.
Quelle: Bundesrat.de via Antiabzockenet

Thema: Leserbriefe

Seit kurzem gibt es ja die Rubrik "Leserbriefe" auf inside-megadownloads.blogspot.com - und heute erreichte mich ein solcher. Unter dem Titel "Ein Tag im Leben des Michael B." werte ich persönlich als eine schöne Satire und habe mich daher dazu entschlossen, diesen Leserbrief zu veröffentlichen.

Prädikat: Lesenswert!

Weiter gehts: Ermittlungsverfahren gegen mich eingestellt

Durch permanente Versuche mich anzuzeigen wird es einfach nicht besser, Ihr Abzocker: erneut wurde daher ein Ermittlungsverfahren gegen mich gemäß § 170 Abs. 2 StPO seitens der Staatsanwaltschaft Bielefeld eingestellt.

Erneut lautete der Tatvorwurf "Verletzung der Unterhaltspflicht" - und erneut stellte das Gericht das Ermittlungsverfahren ein. Und was tue ich? Nun, ich dokumentiere fein säuberlich weiter die Versuche der Gegenseite, mich zu denunzieren, unglaubwürdig erscheinen und letztlich durch dieses Law Hunting mundtot machen zu wollen. Wundern tue ich mich über diesen "Bullshit" schon lange nicht mehr...

Freitag, 14. Oktober 2011

Inkassoverband fordert Aufsicht über Inkassounternehmen

Berlin, 13. Oktober 2011 – Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU), Berlin, fordert eine öffentliche Aufsicht über Inkassounternehmen. „Die Behörden brauchen Instrumente, mit denen sie wirkungsvoll gegen Abzocker und unseriöse Geschäftemacher vorgehen können“, so BDIU-Präsident Wolfgang Spitz am Donnerstag in Berlin. „Das bringt Unternehmen und Verbrauchern mehr Rechtssicherheit bei der Zusammenarbeit mit seriösen Inkassodienstleistern.“

Derzeit kann eine gültige Inkassoregistrierung laut Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) entzogen werden, wenn ein Inkassounternehmen „dauerhaft unqualifizierte Rechtsdienstleistungen zum Nachteil des Rechtsuchenden oder des Rechtsverkehrs" erbringt. Der BDIU bemängelt, dass sich diese Vorschrift in der Praxis als ein stumpfes Schwert erwiesen hat. So haben die Behörden seit Bestehen des RDG im Jahre 2008 bislang lediglich dreimal Registrierungen widerrufen. „Besser wären ein mit Auflagen verbundener abgestufter Sanktionskatalog und eine öffentliche Aufsicht über Inkassounternehmen", so BDIU-Präsident Spitz, „wie es sie auch zu Zeiten des Rechtsberatungsgesetzes gegeben hat."

Quelle & vollständiger Artikel: Pressemitteilung des BDIU

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Neue Abofalle: premiumloads.net

Ich berichtete in diesem Artikel über die Blue 180 Vermögensverwaltungs GmbH (umfirmiert zu: Inet-Dienstleistungen GmbH) und die Mahnwelle für u.a. win-loads.net. Aufmerksame Leser haben heute die folgenden Kommentare zu diesem Beitrag hinterlassen, die auf eine neue Abofalle hindeuten.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die Recherchen!

Mega-Downloads.net: Achtung, neue Nachfolgeseite premiumloads.net wird aktuell abends bei Yahoo.de (Suchbegriff "openoffice", z.B. via "321download.info") beworben!

Zitat 1:
"Der Widerruf ist zu richten an:
Pemil Marketing & Capital GmbH
Nymphenburgerstrasse 4
80335 München, Deutschland"
Quelle (vgl. auch Layout mit Mega-downloads.net und Web-downloads.net):
http://premiumloads.net/userinfo.php

Zitat 2 (vgl. Zitat 1):
"Domain name: premiumloads.net
Registrant Contact:
Pemil Marketing Capital GmbH
Milka Petrovic ()"
Quelle:
http://who.is/domain_archive-net/premiumloads.net/

Zitat 3 (vgl. Zitat 2):
"Milka Petrovic Gesellschaft m.b.H. in Liquidation
Schönbrunnerstr. 175
1120 Wien
Österreich"
Quelle

Folgende Briefkasen-Firma an derselben Adresse kassiert aktuell u.a. für Mega-downloads.net,
Zitat 4 (vgl. Zitat 1):
"Blue 180. Vermögensverwaltungs GmbH
...
Änderung
...
Neue Firma: INET-Dienstleistungen GmbH. Geschäftsanschrift: Nymphenburger Str. 4, 80335 München.
...
Bestellt: Geschäftsführer: Ilic, Zlatko, Wien"
Quelle:
http://antiabzockenet.blogspot.com/2011/09/blue-180-ist-doch-kein-inkasso.html

Screenshot 1
Screenshot 2
Screenshot 3
Screenshot 4
Screenshot 5

"Der Blick fällt auf tattoo-s.de, welche sich Mailserver und A-Records mit blu180-inkasso.net teilt - verantwortlich für tattoo-s.de lt. Whois:
Domain tattoo-s.de
Letzte Aktualisierung 07.05.2009
Domaininhaber: service und payment GmbH
Adresse: Muldentalstrasse 97
PLZ: 04288
Ort: Leipzig
Land: DE
Ach nein, die service und payment GmbH des Daniel Rosenke – einer von der ganz aktiven Sorte"
Quelle:
http://www.abzocknews.de/2011/08/11/dubiose-forderungen-fur-win-loads-net-von-einer-blue-180-vermogensverwaltungs-gmbh/

Weitere Infos liefert Robtex:

Ebenfalls eine Tattoo-Seite, nämlich Blumen-tattoo.com ist eine Brückenseite zu:

"premiumloads.net ...
91.184.48.246 ...
91.184.48.0/20 kolido ...
AS16265 LeaseWeb B.V. Amsterdam"
Quelle:
http://www.robtex.com/dns/premiumloads.net.html#records

Auf der benachbarten IP-Adresse lag:
"mail.blue180-inkasso.net ...
91.184.48.245 ...
91.184.48.0/20 kolido ...
AS16265 LeaseWeb B.V. Amsterdam"
Quelle:
http://www.robtex.com/dns/mail.blue180-inkasso.net.html#records

Dass die Abofalle Premiumloads.net neu ist, zeigt der Google Cache vom 3.10.2011

Im Gegensatz zu den Vorgängerseiten (Mega-Downloads.net, Win-loads.net, Web-Downloads.net) sind wohl hier zum ersten mal, zusätzlich zum Abofallenbetreiber selbst, Affiliates für die Werbung über Landingpages vorgesehen:

Screenshot

Es ist davon auszugehen, dass bald die erste Mahnwelle durchs Land rollt. Wie stets meine Bitte: sollten Sie eine Mahnung erhalten, so schicken Sie mir bitte einen Scan zu, damit gehandelt werden kann...

Freitag, 7. Oktober 2011

Megapreis GmbH nimmt Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung gegen mich zurück

Antrag auf Einstweilige Verfügung zurückgezogen
Nun ist es amtlich: die Megapreis GmbH nimmt den Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung gegen meine Berichterstattung hier im Blog (ich berichtete) zurück.

Warum das denn? Nun, es sollte doch tatsächlich mal verhandelt - und nicht ohne mündliche Anhörung - entschieden werden. Und in diesem Beschluss führte das Gericht bereits wie folgt aus:

"Das Gericht weist die Parteien darauf hin, dass erhebliche Bedenken hinsichtlich des Bestehens eines Verfügungsanspruches und -grundes bestehen." und formuliert weiterhin: ""...erscheint es nicht vollkommen fernliegend, dass die einstweilige Verfügung rechtsmissbräuchlich als Druckmittel...".

Das alleine war in meinen Augen schon ein deutlicher Hinweis darauf, wie das Gericht den Sachverhalt einschätzt. Wollte man gar darauf verzichten, sich eine "blutige Nase" vor Gericht zu holen und/oder scheute man schlichtweg nur die Öffentlichkeit? Immerhin waren bereits so einige Fahrgemeinschaften gebildet worden, da so manch eine/r wohl Interesse daran hatte, der Verhandlung beizuwohnen.

Ich persönlich glaube ja, dass die Rücknahme des Antrages ehr auf einer anderen Tatsache beruht, denn gestern morgen um 09.00 Uhr wurde ja ganz kurzfristig vor dem Landgericht Bielefeld mein Widerspruch in Sachen Lubbe ./. Frickemeier verhandelt. Kurzfristig? Ja, äusserst kurzfristig. Man könnte gar vermuten, dass der werte Verkehrsanwalt Hasenbäumer das bewusst so arrangiert hat. Meinen Rechtsanwalt erreichte jedenfalls erst am Dienstag (Montag war ja bekanntlich Feiertag) die Ladung zum Termin: Donnerstag, 06.10.2011, 09.00 Uhr. In unserem Widerruf haben wir dezidiert ausgeführt, warum die Einstweilige Verfügung mit sofortiger Wirkung aufzuheben sei und führten auch diverse Zeugen an. Es galt nun, binnen einen Werktages zumindestens einen Zeugen mit zum Termin zu bringen, um ggf. Beweis führen zu können. Und tatsächlich gelang uns das. So saßen wir pünktlich vor dem Gerichtssaal und warteten darauf, aufgerufen zu werden. Herr Verkehrsanwalt Hasenbäumer erschien alleine - und war wohl etwas verblüfft, dass nicht nur mein Anwalt dort saß sondern ebenfalls einer unserer Zeugen und auch ich. Meine Wenigkeit war nämlich gar nicht erst geladen worden. Seine Reaktion: auf der Hacke kehrt gemacht - und schnell ein wichtiges Telefonat geführt...


Etwas irritiert betrat er danach den Gerichtssaal und los ging es. Unser Zeuge wartete selbstverständlich draußen und sollte bei Bedarf gehört werden. Nun ging es endlich ins Eingemachte: habe ich wahrheitswidrig Behauptungen in den Raum gestellt, die nicht stimmen? Die Kernfrage: Wurde nun "Sweed" in der Abzockzentrale Vlotho an der Möllberger Str. 11, in dem die diversen Firmen des Kalletaler Pferdehändlers Frank Babenhauserheide beheimatet sind gewogen, verpackt, und versandt, und das teils aus kiloschweren Müllsäcken heraus? Immerhin waren mir diese Äusserungen per durchgewunkener Einstweiliger Verfügung der Rechtsanwältin Corinna Lubbe untersagt worden und dagegen legte ich nun Widerspruch ein.

Nun kam das, mit dem wohl niemand gerechnet hätte: der werte Herr Verkehrsanwalt Ralf Hasenbäumer bestätigte diese Angaben und räumte gar ein, dass seine Freundin (auch das räumte er ein...) und Mandantin Rechtsanwältin Corinna Lubbe höchst eigens selbst gelegentlich dabei mitgeholfen habe.

Man habe die Einsweilige Verfügung gegen mich nur angestrengt, da das Teufelszeug -unstrittig und ebenfalls bestätigt- von der Digitale Welten GmbH (Müller/Xxxxx) an den Adressaten eShopping Direkt GmbH, Möllberger Str. 11, Vlotho ging und nicht etwa, wie von mir geschrieben, an die WEB Gesellschaft für Forderungseinzug mbH, Möllberger Str. 11, Vlotho. Das aber ist ja nun wirklich vollkommen unerheblich, da alle an der Möllberger Str. 11 befindlichen Firmen jene des Kalletaler Pferdehändlers sind und desweiteren Mitarbeiter sämtlicher Firmen mit dem Wiegen, Abpacken, Verpacken und Versenden der Legal Highs namens "Sweed" betraut waren. Mindestens 11 Zeugen haben wir nämlich nach gründlichen Recherchen benannt und einige davon haben dies auch bereits wasserdicht bei der Polizei zu Protokoll gegeben. Das selbst die eigene Tochter des Frank Babenhauserheide zeitweise mit der Tätigkeit betraut war lässt mich als Familienvater einfach zur schaudern.

Nach diesen Ausführungen des Verkehrsanwaltes Hasenbäumer zogen sich die Richter zur Beratung zurück; sie hatten offenbar genug gehört. Nach dieser kurzen Verhandlungspause wurde ich dann gefragt ob ich bereit wäre, einem Vergleich zuzustimmen. Dieser sähe vor, dass ich in meinem Artikel die Anlieferadresse von "WEB Gesellschaft für Forderungseinzug mbH" auf "eShopping Direkt GmbH" zu ändern bereit wäre. Ich antwortete, dass ich dazu gerne bereit wäre, aber in einer Aktualiserung natürlich auch die Tatsache nachtragen werde, dass die Antragstellerin, Freundin und Mandantin von Verkehrsanwalt Ralf Hasenbäumer, Rechtsanwältin Corinna Lubbe, Sweed verpackt habe und dass selbstverständlich die Kosten des Verfahrens zu 100 % der Gegenseite auferlegt würden.

Nun lag es nur noch an dem werten Herrn Verkehrsanwalt, diesem Vergleich zuzustimmen. Dieser hatte exakt 5 Minuten Zeit, sich mit seiner Mandantin telefonisch zu beraten. Ergebnis: er wolle gerne eine dreitägige Widerrufsfrist, da er so kurzfristig keine Entscheidung bekommen könne. Die Richter erwiderten, er habe eine Widerrufsfrist: nämlich bis Freitag, 07.10.2011, 12.00 Uhr. Sollte dieser eingehen, so wies das Gericht bereits jetzt daraufhin, dass die gegen mich erlassene Einstweilige Verfügung aufgehoben würde und terminierte bereits die Entscheidung auf den 13.10.2011. Ob nun tatsächlich ein Widerruf bis 12.00 Uhr eingegangen ist konnte man mir auf telefonische Nachfrage noch nicht mitteilen. Das ist aber auch vollkommen egal, denn diesen Prozess hat die Gegenseite so oder so mit Pauken und Trompeten verloren.

Das nur wenige Stunden später der Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung gegen mich, dieses mal vom Kalletaler Pferdehändler Frank Babenhauserheide als Geschäftsführer der Megapreis GmbH, zurückgezogen wurde ist mir nur allzu verständlich. In meinen Augen galt es nun, die Reissleine zu ziehen und sich nicht erneut vor Gericht zu blamieren.


Der Nächste, bitte!

Samstag, 1. Oktober 2011

Und ewig grüßt das Murmeltier

Herford. Während die Staatsanwaltschaft Hannover und das Landeskriminalamt Niedersachsen im Kreis Herford bereits gegen mutmaßliche Hintermänner einer so genannten Internet-Abofalle ermitteln, kursieren im Kreisgebiet neue Mahnschreiben.

Wieder ist es ein Unternehmen, dessen Angebot und Mahnverfahren stark an das Vorgehen der Firmen um die als Internet-Abzockseite bekannte Adresse Megadownloads erinnern: Gratissoftware wie das Textverarbeitungsprogramm Open Office oder die Fotosoftware Irfanview, die eigentlich gratis heruntergeladen werden können, werden auch hier kostenpflichtig angeboten. Aktuell stammt die Post aber aus Mecklenburg-Vorpommern, genauer aus Kröpelin von einer Firma namens "Miranavo Content Plus".

Quelle & vollständiger Artikel: Neue Westfälische Zeitung

Jeder blamiert sich so gut, wie er kann...

Ein Hasenpuschel würde nun lamentieren: "Ich bin nicht TV-geschult!". Das nun aber ausgerechnet der zur virtuellen Rampensau mutierte, fleischgewordene Geschäftsmann Michael Burat im TV-Interview bei der Vorführung seiner tollen, kostenpflichtigen Dienstleistung (die natürlich nie nicht eine Abofalle darstellt!) feststellen muss, dass eben diese tolle, kostenpflichtige Dienstleistung schnöde auf eine tolle, kostenlose Dienstleistung verlinkt -die dann sogar kostenlos auch funktioniert- tja.... das dürfte ein Slapstick der besonderen Art sein.



Bislang ist nicht bekannt, ob das Syndikus Syndikat dem werten Unternehmer Burat bereits einen virtuellen Maulkorb verpasste oder ihn gar in die Lehre des Hasenpuschels schickte. Eigentlich ist das auch vollkommen unerheblich. Der Beitrag war immerhin amüsant, ein langes Wochenende steht vor der Tür - und Slapsticks dieser Art wird es zukünftig noch weitere geben. So what?

Donnerstag, 29. September 2011

Interview mit dem Buchautor Andreas Sterntal

Erschienen im EWK-Verlag
In diesem Artikel stellte ich bereits den Roman "Brieffreundschaft mit einem Abzocker" vor und wunderte mich, dass der bekannte Rechtsanwalt Andreas Neuber aus Krefeld in seinem "Blog" gar einen Fahndungsaufruf startete. 

Ein Grund für mich, mit dem Autor des Buches, Andreas Sterntal, mal ein Interview zu führen, denn der spannende Roman ist heute aktueller denn je, wenn man sich die realen Entwicklungen in den Netzwerken der Abzockbranche genauer anschaut.

Claus Frickemeier – im Folgenden CF: 
Herr Sterntal, ich freue mich, dass Sie sich zu einem Interview mit mir bereit erklärt haben, nachdem ich vor ca. 3 Wochen versucht habe, über den EWK-Verlag Kontakt zu Ihnen aufzunehmen. Was war eigentlich Ihre Motivation gewesen, dieses Buch zu verfassen?

Andreas Sterntal – im Folgenden AS: 
Ich würde es bevorzugen, wenn wir uns Duzen. Weißt Du, ich bin in ca. Anfang 2008 auf eine Abofalle des Frankfurter Kreisels, ich glaube www.namen-und-ahnen.de über ein Pop-up-Fenster mit Napoléon, und der provokanten Frage - wissen Sie, mit wem Sie verwandt sind – hereingefallen. Als gleich die freche zweite Mahnung dann ankam, konnte ich mich nur noch daran erinnern, auf der Seite zuletzt den Preishinweis gesehen zu haben und weggeklickt zu haben. Dennoch lag sie da, die freche Mahnung und hat mir den Abend versaut. Ich war schon drauf und dran das Ding zu bezahlen, nach dem Motto „aus den Augen, aus dem Sinn.“ Das hat so in etwa den gleichen Effekt, wie ein Ticket wegen Falschparkens oder zu Schnellfahrens, dann habe ich aber angefangen, mich dafür zu interessieren was und vor allem wer dahinter steckt und habe am nächsten Morgen gegoogelt. Was soll ich sagen, da waren ja haufenweise Blogs, Foren und Portale, voll mit Tausenden von Leuten, denen es genau wie mir gegangen war. Also habe ich das Teil fachgerecht entsorgt und mir nichts weiter gedacht. Dann kam aber gleich das noch dreistere Schreiben von der Anwältin Katja Günther mit der Androhung eines negativen Schufa-Eintrags.

CF: In welchem Abstand kam das denn?

AS: Ein, zwei Wochen, so genau weiß ich das nicht mehr, aber ich kenne mich ein wenig in der Materie Schufa aus und weiß a) das man nicht wegen einer unbezahlten Rechnung gleich einen negativen Schufa-Eintrag bekommen kann und b) dass nicht jeder dahergelaufene Popanz, oder meinetwegen auch Rechtsanwalt Mitglied der Schufa ist, weshalb das schon gar nicht geht.

CF: Also war die RAin Katja Günther gar nicht Mitglied der Schufa?

AS: Doch war sie, zumindest zu dem Zeitpunkt, als ich die Mahnung mit der Androhung des negativen Schufa-Eintrags bekommen habe, was von daher hätte theoretisch klappen können und ich weiß, dass sie meine unbezahlte Rechnung auch der Schufa gemeldet hat. Aber da hatte ich schon längst mit der Schufa kommuniziert inklusive der Information, dass der Guten die Mitgliedschaft aufgrund dieses Verhaltens gekündigt worden war.

CF: Aber zu dem Buch ist es doch noch ein langer Weg?

AS: Ja, sicher, ich fing also an, mich für die Jungs und Tanten hinter den Abofallen zu interessieren und habe so allmählich im Laufe der Zeit sehr viel ausbuddeln können. Später, als ich mich schon ganz aus der Szene verabschieden wollte, fanden Einige das sehr schade, weil sie meinten, dass ich zum Einen doch sehr viel Hintergrundwissen hätte und zum Anderen, das auch literarisch verarbeiten könnte und sollte. Das war dann das Initial zu dem Buch gewesen.

CF: Bist Du der alleinige Autor, oder gab es noch Co-Autoren?

AS: Sagen wir es mal so, ich hatte ein Team von Co-Autoren, die einzelne Kapitel geschrieben haben. Gegen Hälfte des Buchs habe ich dann mit den Co-Autoren zusammen festgestellt, dass es sprachlich so nicht funktioniert, so dass ich ab dann nur noch Gerüste geliefert bekommen habe, die ich dann fertig gestellt habe, so dass das Buch zumindest für den Leser aus einem Guss gegossen erscheint.

CF: Du sagst, es hätte Blogs und Foren mit den Einträgen Tausender Leute gegeben. Kannst Du ein Gefühl dafür vermitteln, wie viel Betroffene das damals waren?

AS: Oh je, allein mein Liebling www.namen-und-ahnen.de war Thema von mindestens 4 eigenen Blogs, die sich ausschließlich mit dieser einzigen Webseite befasst haben. Da gab es einen Blog, da hatte ich mich immer gewundert, wo meine Beiträge geblieben sind, bis ich mitbekommen habe, dass der aus 4 Parallel-Strängen mit jeweils 2000 Beiträgen bestand. Aber das war ja nicht nur diese eine Webseite mit der abgezockt worden ist, sondern Hunderte, ja Tausende. Sehr schnell habe ich verstanden, dass das Phänomen der Abofallen gesteuert ist und nicht etwa zufällig entstanden ist. In der Spitze so gegen 2008/2009 gab es sicherlich 10 bis 12 und mehr Gruppierungen, von denen jede immer mehrere Projekte parallel laufen hatte. Das habe ich sehr schnell auch gemerkt, dass es zwar von Gruppierung zu Gruppierung graduelle Unterschiede im Betrieb der einzelnen Abofallen gibt, aber trotzdem so etwas wie eine zentrale Steuerung vorhanden gewesen sein musste. Teilweise kann man den Webseiten über die Betreiberkreise hinweg die Verwandtschaft ansehen. Allein für das Erstellen und den Betrieb der Webseiten gibt bzw. gab es eigene Firmen z.B. in Güstrow und Hagen.

CF: Interessant, wie bist Du darauf gekommen?

AS: Über das Thema der Suchmaschinenwerbung und darüber, dass ich z.B. selten oder nie auf Angebote z.B. der Gebr. Schmidtlein gestoßen bin. Da wurde mir klar, dass die Werbung wahrscheinlich zentral geschaltet ist, schon allein um zu verhindern, dass Konkurrenz entsteht.

CF: Soll aber das Geschäft beleben?

AS: Das würde doch nur die Keyword-Preise bei Google unnötig aus Sicht der Abzocker in die Höhe treiben. Also denke ich, dass die regional so geschaltet worden sind, dass die eben die Konkurrenz untereinander vermieden haben. Das fiel mir nämlich auch in Gesprächen auf, dass je nach regionaler Verteilung der eine von dem einen und der andere von einem anderen Kreis abgezockt worden ist. Für mich war halt der Frankfurter Kreisel und nicht das Kalletaler Dreieck, oder die Gesetzeslück zu Osnabrück zuständig.

CF (grinsend): erklärt mir jetzt auch Einiges.

AS: Pass auf, dann ist mir noch etwas aufgefallen. Gab es in der Spitze um 2008/2009  so ca. 10 bis 12, vielleicht noch ein paar mehr abzockende Kreise, so ist ab ca. 2009 nur noch der Frankfurter Kreisel und die Waldorfschulconnection übrig geblieben, also alles Jungs, die einem Anwalt direkt zuzuordnen sind. Mit den Gebr. Schmidtlein und dem Eventus-Komplex haben sich seit Anfang diesen Jahres dann auch noch 2 Schwergewichte, die aber auch direkt dem einen Anwalt zuzuordnen waren, zurückgezogen. Aber die vielen kleinen, hääähmm, mittelständischen Abzocker sind alle ab ca. 2009 verschwunden.

CF: Wo kommt eigentlich dieser nette Ausdruck „Waldorfschulconnection“ her?

AS (grinsend): Das Vorbild meines Protagonisten hat sein BWL-Studium in den Sand gesetzt gehabt und sich damals schon mit den Abzocken von Schulmädchen finanziell über Wasser gehalten.

CF: Aber damals gab es doch noch keine Abofallen?

AS: Nö, nicht mal Internet. Aber die abzockende Ader hat er schon damals gehabt, als er mit Anzeigen in Schülerzeitungen die Erstellung professioneller Sed-Card für eine spätere Model-Karriere beworben hat.

CF: Verstehe, das war dann schon die Definition seines Beuteschemas?

AS: Sehr treffend formuliert! Die armen Dinger sind reihenweise darauf reingefallen und haben für die Erstellung völlig wertloser Sed-Cards 350 D-Mark geblecht. Entgegen dem Werbeversprechen war die Vermittlung an Agenturen von vornherein nie angedacht gewesen.

CF: Wie ging die Geschichte aus und ich habe immer noch keine Ahnung wo der nette Begriff „Waldorfschulconnection“ herkommt?

AS: Na ja, es kam, wie es kommen musste. Der Vater eines abgezockten Mädels war Rechtsanwalt und hat sich der Sache ein wenig angenommen. Ich meine, der hat nicht etwa nur die 350 D-Mark für seine Tochter zurückgeholt, der hat das sehr persönlich genommen und hat über Anzeigen alle abgezockten Mädels ausfindig gemacht, um deren Kohle auch noch zurück zu holen. Ende vom Lied, das  Vorbild des Protagonist von dem Buch hatte einen Haufen Schulden an der Backe, wurde ohnehin schon vom Sozialamt finanziert und stand ohne Ausbildung da. Also voll die Katastrophe für einen jungen Mann so Mitte 20. Na ja, es müssen Höllenszenen gewesen sein, die Eltern davon zu überzeugen, die Schulden des Filius zu regeln und um dann noch so etwas wie eine vorzeigbare Ausbildung zu bekommen, dem Sohnemann eine teure Privatakademie zu bezahlen, die sich bei näherer Betrachtung als so etwas wie eine Verwertungsdeponie für die gescheiterten Söhnchen und Töchterlein herausstellt. Auf dieser Privatakademie war dann auch parallel, obwohl 8 Jahre jünger, der jetzige flüchtige Geschäftsführer des nachrangig mahnenden Inkassodienstes. Das ist der Ursprung des Begriffs „Waldorfschulconnection“.

CF: Du hast davon gesprochen, dass von ursprünglich 10 bis 12 Abzockkreisen letztlich nur noch einer übrig geblieben ist. Kannst Du das mal ein wenig erläutern?

AS: Das will ich so beantworten, dass die kleinen, hääähhhmm mittelständischen Abzocker wahrscheinlich von ihren abzockenden, aber viel größeren Wettbewerbern per DDoS-Attacken totgehauen worden sind, so dass sich ihre Google-Guthaben entleert haben, ohne dass Registrierungen vorgenommen worden sind, weil die Seiten stehen ja noch im Netz, nur werden sie nicht mehr aktiv beworben.

CF: Interessant, wie bist Du darauf gestoßen?

AS: Also das Vorbild des Protagonisten meines Buchs betreibt sogenannte „Social-Network-Abzockeseiten“, also Seiten, auf denen Mitfahrdienste oder Mitbewohner angeboten und gesucht werden können, so dass zumindest theoretisch die Chance eines Gegenwertes besteht. Ist aber nur Theorie, dann in Wirklichkeit hat mein Protagonist keine Lust und auch nicht die Absicht, auch nur einen Finger für seine „Kunden“ krumm zu machen. Du hast im Übrigen Recht, dass die Erstellung der Sed-Cards ein direkter Vorläufer dieses Modells war. Insgesamt hat es im Lauf der Zeit mindestens 5 verschiedene Versuche gegeben, exakt das zu kopieren. Alle 5 Versuche sind samt und sonders kläglich gescheitert, das heißt, die waren jeweils nur wenige Wochen über die Suchmaschinenwerbung zu finden gewesen, um dann nur noch als traurige Ruinen ein Restdasein zu fristen, während die Abofallen meines Protagonisten eigentlich immer an erster Stelle bei den Suchmaschinen zu finden sind.

CF: Das habe ich vorher so auch noch nicht gehört, klingt aber einleuchtend. Du sprichst immer von dem Vorbild Deines Protagonisten. Kann ich das so verstehen, dass die in dem Buch vorkommenden Personen real existieren?

AS (mitleidig schauend): Existieren die Abofallen in der Realität oder ist das alles nur Anbieten von Premium-Content? Nee, ernsthaft, alle in dem Buch beschriebenen Personen sind frei erfunden, Ähnlichkeiten mit lebenden oder gestorbenen Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt, oder was wolltest Du von mir hören?

CF: Ja nee, is klar, ich meine das in Bezug auf das Anbieten von Premium-Content. Lass mich die Frage anders formulieren: gab es auch Anfeindungen gegen das Buch oder Dich?

AS (losprustend): Na ja, die Abzocker unterhalten in der Person eines in dem Buch beschriebenen Anwalts so etwas wie eine Abwehr-Abteilung.

CF: Echt?

AS: Tu doch nicht so naiv, was ist denn gerade bei Dir los bzw. wer überzieht Dich gerade mit seinem Law-Hunting, und das ganz aktuell?

CF: Och etwa er?

AS: Ja, genau der. Der war übrigens einer der ersten Besteller schon vor Erscheinen des Buches gewesen. Dann ist so ungefähr 2 Monate nix passiert, als urplötzlich 2 oder 3 Blogs von einem angeblichen „Andreas Sterntal“ erschienen sind und wo jener „Andreas Sterntal“ dann seine angeblich wahre Identität inklusive seines    Konterfeis usw. preisgibt.

CF: Hast Recht, ist schon ein wenig blöde, ich habe auch nicht verstanden was das sollte?

AS: Simpel, der RA…. also er, hat das Buch gelesen und sich möglicherweise in einer Person wiedergefunden, die ihm nicht so super günstig vorkam. Jedenfalls hat er wahrscheinlich einen Anwalt mit ähnlichem Namen, wie in dem Buch verwendet, ausgegraben und den angespitzt, doch etwas gegen das Buch zu unternehmen. Vorher hat er schon dem Vorwortgeber Prof. See komische E-Mails geschrieben. Prof. See hat sich meinem Vorschlag angeschlossen, auf solche verwirrten E-Mails am besten gar nicht zu reagieren. Jedenfalls wird er den ausgebuddelten RA nicht dazu bewegt haben können, etwas gegen das Buch zu unternehmen. Ich denke mal, dass der ausgebuddelte RA am Ende herausgefunden haben wird, warum er so unbedingt etwas gegen das Buch unternehmen wollte und dass er sich da in der nicht so super günstig gezeichneten Person wieder erkannt habe muss. Und weil er nicht konnte wie er wollte, musste dem Autor Andreas Sterntal eine Identität zugewiesen werden, dafür wurden dann die gefälschten Blogs gebastelt, eine E-Mail gefälscht und veröffentlicht und schwupps, schon war „Andreas Sterntals“ wahre Identität für ihn verifiziert.

CF: Ach jetzt wird mir das klar, und dann kam der „öffentliche Fahndungsaufruf“ nach Dir?

AS: Exakt einen Tag nachdem die gefälschten Blogs gebastelt und ins Netz gestellt worden sind. Ich nehme mal an, dass sich der Nachthimmel über dem linken Niederrhein blutrot verfärbt hat, als er in die Tasten gegriffen, hat um das bahnbrechende Elaborat des „öffentlichen Fahndungsaufrufs nach dem Autor von Brieffreundschaft mit einem Abzocker“ zu verfassen.  Macht er aber auch mit anderen so. Die bilden dann eine in sich geschlossene Webseitenwelt, wo dann untereinander orakelt wird, welche Straftatbestände man wem zuordnen soll. Das sind Rufmordkampagnen, die letztlich darauf ausgerichtet sind, Existenzen zu gefährden. Dagegen ist das, was er mir da angedichtet hat, noch sehr harmlos. Weißt Du, er scheint da ein wenig vereinsamt zu sein, wenn er auf seinem Blog zum Beispiel Blog zunächst Themen anreißt, die für sich betrachtet zunächst niemand versteht. Der Kontext ergibt sich dann aus den Kommentaren, wenn er sich unter anderen Namen selbst kommentiert und dort seinen eigentlichen Weltenschmerz offenbart.

CF: Was empfiehlst Du in der Situation?

AS: Er sollte sich kompetente Hilfe suchen.

CF: Haben die Abzocker eigentlich selbst irgendwann auf Dein Buch reagiert?

AS: Noch mehr Leute als nur er? Ja! Du musst folgendes bedenken: zur Entstehungszeit des Buchs war das Vorbild des Protagonisten der kleinste und unbedeutendste Abzocker im gesamten Zirkel. Dennoch habe ich von Anfang an erkannt, dass er wahrscheinlich das größte Potential von allen anderen Abzockern hat.

CF: Dann ist Dein Buch auch so etwas wie ein Psychogramm?

AS: Genau – ich hatte eine bestimmte Vorstellung von dem Menschen und seines Charakters. In diversen Gesprächen mit Leuten, die ihn kannten und kennen und anhand dessen, was ich gefunden habe, bzw. was auch von ihm veröffentlicht wird, ergab sich das sehr exakte Bild eines durchaus kreativen, nicht mal dummen und vordergründig durchaus sympathischen Menschen, der aber getrieben ist von seiner maßlosen Darstellungssucht in Verbindung mit einer sehr ordentlichen Portion an krimineller Energie.

CF: Aber trotzdem ist und bleibt er der kleinste Abzocker, unvergleichlich viel kleiner als z.B. das Kalletaler Dreieck, wenn ich daran denke, wie viel Leute damals dafür tätig waren, dann ist dagegen das Vorbild Deines Protagonisten doch eine One-Man-Show?

AS: Kommt jetzt knüppeldick. Nachdem Katja Günther und auch Olaf Tank sich aus dem Mahn-Business zurückgezogen haben und die Proinkasso in Insolvenz ist, fehlte den Abzockern die Hierarchieebene des nachrangigen Inkassos, die Generalstabsstelle, wenn Du so willst, also die wichtigste Stelle unter dem Kopf der Abofallenmafia. Zwar unterhält auch der Frankfurter Kreisel eine Inkassostruktur, die aber wahrscheinlich noch in den Kinderschuhen steckt, bzw. der noch die qualifizierte Person fehlt, weshalb es zum jetzigen Zeitpunkt so ungemein wichtig war, den Berliner Inkassodienst zu reaktivieren. Und wer kam Besseres dafür in Betracht, als das Vorbild meines Protagonisten, der ja nicht mal ein Problem damit zu haben scheint, sich freiwillig vor Gericht zu präsentieren?

CF: Unglaublich, dann ist das Buch ja aktueller, als je zuvor?

AS: Exakt, da wird in nächster Zukunft noch mindestens einmal eine Inkassowelle über das Land hinwegrauschen, und das jetzt mit dem Vorbild meines Protagonisten an vorderster Stelle. Aber es kommt noch besser, Du hast ja gefragt, ob die Abzocker auf das Buch reagiert hätten. Na ja, zunächst nicht, aber nachdem er – na Du weißt schon wer – dem Andreas Sterntal eine Identität zugeordnet hatten, hat sich das Vorbild meines Protagonisten auf den Weg gemacht und die zugeordnete Identität besucht.

CF: Nicht möglich?

AS: Ich habe zunächst auch gedacht, dass da jemand von irgend etwas zu viel genommen haben muss. Aber die Erzählung war absolut authentisch, dass das Vorbild meines Protagonisten  die mir zugewiesene Identität in Begleitung seiner Rechtsanwältin, die er aber nicht als solche, sondern als seine Mitarbeiterin Katharina Schäfer vorgestellt hat, besucht hat.

CF: Der traut sich was!

AS: Allerdings, nur überwog die Neugier bei der Person der mir zugewiesenen  Identität vor dem ersten Impuls, den Kerl an Arsch und Kragen zu packen und ihn rauszuschmeissen.

CF: Und dann?

AS: So wie ich das verstanden habe, hat das Vorbild des Protagonisten versucht die Hucke vollzulügen, wohlwissend, dass sein Zuhörer die Lügen als solche identifiziert.
Aber im Verlauf dess Gesprächs kam wohl doch heraus, dass hinter den schmalen Abzockerschulterchen so etwas wie ein Menschlein existiert, dem es sehr weh zu tun scheint, wenn man ihm den Spiegel vor die Nase hält und dass ihm die öffentliche Berichterstattung über seine Person nicht so gut gefällt.

CF: Was genau tut denn diesem Menschlein so weh?

AS: Schlicht und ergreifend: Die Wahrheit. Genauso wenig wie er nicht damit umgehen kann, können auch die Abzocker selbst nicht damit umgehen, dass man zu offen die Wahrheit ausspricht und über ihre soziale Isolation inklusive der Furcht vor dem öffentlichen Erkanntwerden berichtet, oder dass sich ihre öffentliche Reputation lediglich auf die Zurschaustellung von Statussymbolen wie Autos reduziert. Sobald aber ruchbar wird, wie und womit sie Geld machen, keiner mehr etwas von ihnen wissen will.

CF: Du meinst, dass die Abzocker wirklich so dermaßen sozial isoliert sind, dass es ihnen nicht nur auffällt, sondern auch weh tut?

AS: Denk mal drüber nach. Da gab es einen, der sich in einem öffentlichen Interview als „Buchhalter“ bezeichnet hat. Mir wurde später klar, dass er damit sogar unfreiwillig die Wahrheit gesagt hat, denn echte unternehmerische Tätigkeiten oder Entscheidungsfreiheiten kennt der gar nicht. Der ist Befehlsempfänger, wenn z.B. der Kopf der Abofallenmafia sagt: „wann Schluß ist, bestimme ich, nicht Du.“ Selbiger Abofallenbetreiber nennt sich selbst nach dem italienischen Mönch „Girolamo Savonarola“. Auch hier wurde mir erst ein wenig später klar, dass auch das eine unfreiwillige Selbstentblößung war. Natürlich, denn genau, wie der italienische Mönch, lebt er hinter seinem stacheldrahtbewehrten Hochsicherheitstrakt, wie in in einer Mönchsklause. Merke: diese unfreiwilligen Selbstoutings sind wie eine Art Hilfeschrei zu verstehen.

CF: Vielen Dank für das Interview.

AS: Gern geschehen. Nächstes Mal interviewe ich Dich.

Dienstag, 27. September 2011

Strafanzeige gegen RA Corinna Lubbe und Frank Babenhauserheide gestellt

Ein kurzer Hinweis in eigener Sache: wie bereits angekündigt habe ich nun sowohl Widerspruch gegen die beiden "durchgewunkenen" Einstweiligen Verfügungen eingereicht als auch fristgerecht auf den Ordnungsmittelantrag reagiert.

Weiterhin habe ich mit heutigem Datum Strafanzeige gegen die Rechtsanwältin Corinna Lubbe sowie Frank Babenhauserheide gestellt, und zwar jeweils wegen des Verdachts der vorsätzlichen falschen Abgabe einer Versicherung an Eides Statt.

Samstag, 24. September 2011

L & H GmbH i.L. (in Liquidation) schickt RA Andreas Neuber ins Rennen

Über den allseits bekannten Rechtsanwalt Andreas Neuber aus Krefeld berichtete ich in diesem Artikel erst kürzlich. Im Rahmen der umfangreichen Law Hunting-Kampagne gegen mich war es nun nicht wirklich ein Wunder, dass sich die Abzocker dieses Herren bedienen, der sich ja förmlich anbiederte. Eine Klage, wie angekündigt, wurde mir allerdings bis heute nicht zugestellt. Wieder einmal nur heiße Luft? Nun, das warten wir mal schick ab.

Fakt scheint jedenfalls zu sein, dass die Briefkastenfirma L & H GmbH, letzter Geschäftsführer: Andreas Schilling, jetziger Liquidator: Helmut Steffel (Wien), den werten Herrn Rechtsanwalt Neuber aus Krefeld mit der Vollstreckung aus dem Versäumnisurteil gegen uns beauftragt hat. Exakt jener Herr Rechtsanwalt, der sich in seinem Internetblog unter anderem wie folgt äusserte:

Quelle: Internetblog des RA Andreas Neuber
Wie bereits erwähnt wird sich der werte Herr Rechtsanwalt Andreas Neuber aus Krefeld unter anderem an seinen Ankündigungen und Aussagen in seinem Blog messen lassen müssen. Schöner kann man eigentlich das Law Hunting der Nutzlosbranche gar nicht dokumentieren.

Update vom 30.09.2011: aufgrund zahlreicher Nachfragen nach weiteren Äusserungen habe ich einige Screenshots hier zusammengestellt. 

Ermittlungen gegen das Firmengeflecht werden nun vom Landeskriminalamt Niedersachsen geführt

Quelle: Neue Westfälische Zeitung vom 24.09.2011
Herford/Hannover. Es ist eines der umfangreichsten Wirtschaftsverfahren, das Beschuldigte aus dem Kreis Herford betrifft: Die Ermittlungen rund um die als "Internet-Abzock- und -Abofalle" bekannt gewordene Seite "Megadownloads" und das Inkassounternehmen L&H. Geführt wird der Komplex bei der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Hannover, die Konten mit mehr als einer Million Euro eingefroren hat.

Wie jetzt bekannt wurde, hat das Landeskriminalamt Niedersachsen die Ermittlungen übernommen, bestätigte Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Lendeckel, Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover. Die Anklagebehörde ermittelt seit mehr als eineinhalb Jahren "wegen des Verdachts des Betrugs und wegen möglicher Verstöße gegen das Urheber- und Markenrecht". Der Fall habe möglicherweise auch Auslandsbezüge. Nach Informationen aus dem Internet führt eine der Spuren dabei zu mehreren Verdächtigen nach Österreich. Deshalb und auch aufgrund des Umfangs sei das Landeskriminalamt (LKA) eingeschaltet worden - es habe einfach größere Kapazitäten. 

Quelle & vollständiger Artikel: NW-News, Ausgabe vom 24.09.2011